Schock-Aktion: Leo Burnett errichtet Klagemauern für Amnesty

Freitag, 14. September 2012
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Es sind Bilder, die irritieren und schockieren: Wer derzeit in der Bankenmetropole Frankfurt unterwegs ist, sollte sich Häuserwände, Brückenpfeiler und Mauerwerke einmal ganz genau anschauen. An einigen sind vergitterte Kellerfenster eingelassen, hinter denen Menschen mit weit aufgerissenen Augen eingepfercht sind. Die Eingesperrten befinden sich nicht wirklich dort. Vielmehr handelt es sich um Bilder, die der New Yorker Straßenkünstler Dan Witz in Zusammenarbeit mit Leo Burnett für Amnesty International dort angebracht hat. Die aufmerksamkeitsstarke Aktion ist das Herzstück des Auftritts "Klagemauern für Gerechtigkeit", mit der die Organisation auf die Schicksale von acht verfolgten und inhaftierten Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten hinweisen will. Die Gesichter der gezeigten Menschen gehören beispielsweise dem Indonesier Filep Karma, der wegen seiner Teilnahme an einer friedlichen Demonstration zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Oder zu Nabeel Rajab aus dem Bahrain, der wegen seinem Kampf für Menschenrechte zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Neben den Bildern weist ein gelber Aufkleber auf eine Internetadresse hin, auf die er über einen QR-Code gelangt (zum Beispiel www.justice-for-filep.com oder www.justice-for-nabeel.com). Dort erhält er Informationen zu den Menschenrechtlern.

Außerdem kann er eine Botschaft an die Staatschefs der entsprechenden Länder auf einen gelben Zettel schreiben und dieses Papier in die virtuelle Klagemauer stecken. Per Klick auf die Zettel können User auch die Botschaften anderer Nutzer lesen. Wer wissen will, wo sich die Installationen von Dan Witz in Frankfurt befinden, findet auf der Website eine Übersichtskarte, die alle Locations zeigt. 

"Am Ende der Aktion werden die gesammelten Botschaften an die offiziellen Vertreter der entsprechenden Staaten geschickt", verspricht Andreas Pauli, Kreativchef von Leo Burnett. Die Agentur arbeitet bereits seit mehreren Jahren pro bono für Amnesty International. jm
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