Schmiergeldprozess gegen Ex-Chefs von 107 Grad ist gestartet

Donnerstag, 28. März 2013
Hier findet der Prozess statt (Foto: Landgericht Frankfurt)
Hier findet der Prozess statt (Foto: Landgericht Frankfurt)

Vor der 12. Strafkammer des Landgerichts Frankfurt am Main hat der Prozess gegen die Ex-Geschäftsführer der Düsseldorfer Agentur 107 Grad Communications begonnen. Den beiden Männern wird von der Staatsanwaltschaft Bestechung im geschäftlichen Verkehr, gewerbsmäßige und bandenmäßige Untreue sowie Betrug in insgesamt 85 Fällen vorgeworfen. Dabei soll ein Schaden von 1,2 Millionen Euro entstanden sein. Die Vorfälle liegen mehrere Jahre zurück. Die Agenturmanager sollen durch Schmiergeldzahlungen an leitende Mitarbeiter von Unternehmen Werbeetats an Land gezogen und sich das Geld später durch überhöhte Rechnungen zurückgeholt haben. Zu den mutmaßlich geschädigten Firmen zählen Alte Leipziger, Daimler und Klosterfrau. Aufgeflogen waren die vermeintlichen Unregelmäßigkeiten Ende 2007 nach einer internen Prüfung bei der Alten Leipziger.

Wegen des Firmensitzes der Versicherung ist das Landgericht Frankfurt zuständig. Die Strafkammer rechnet wohl mit einer längeren Beweisaufnahme. Vorerst sind bis Ende Juni 14 Verhandlungstage angesetzt. Der Fall 107 Grad war rund ein Jahr nach Bekanntwerden der Ruzicka-Affäre ins Rollen gekommen. Der Ex-Aegis-Manager war wegen schwerer Untreue zu einer Haftstrafe von mehr als elf Jahren verurteilt worden. mam
Meist gelesen
stats