S&F: Kreativchefs Pross und Schmidt wollen 2012 bei Wettbewerben wieder glänzen

Freitag, 26. August 2011
Martin Pross (l.) und Matthias Schmidt (Foto: Holde Schneider, Hamburg)
Martin Pross (l.) und Matthias Schmidt (Foto: Holde Schneider, Hamburg)


Die Scholz & Friends-Kreativvorstände Martin Pross und Matthias Schmidt plaudern aus dem Nähkästchen: Im Rahmen der HORIZONT-Serie „Die besten Kreativen Deutschlands" spricht das Erfolgsduo über das Image ihrer Agentur, die geplanten Kreativ-Highlights für Opel, Saturn und andere Kunden sowie die harten Vorgaben von WPP-Holdingchef Sir Martin Sorrell in punkto Kreativität.
Wenn es um Markenführung und Neugeschäftserfolge geht, zählt Scholz & Friends in Deutschland zweifellos zu den besten Adressen. Auch die kreativen Erfolge können sich sehen lassen, spielt das Team doch seit Jahren eine wichtige Rolle unter den Top 10 im HORIZONT-Kreativranking. Trotzdem haftet ihr ein etwas biederes Image an, mit dem das Duo aber sehr gut leben kann. „Es heißt, bei Scholz & Friends arbeiten viele, die regelmäßig zur Schule gegangen sind. Schauen Sie sich uns beide an: Aus uns werden keine Punks mehr." Man sei aber auch keine Streberagentur. „Es gibt noch was dazwischen. Heutzutage geht es auch darum, die Geschäftsmodelle der Kunden zu verstehen und ich glaube fest daran, dass die Zukunft den intelligenten Agenturen gehört."

Intelligent und kreativ - so lautet die Parole. Denn mit Platz 6 im letzten Kreativranking ist das Team ganz und gar nicht zufrieden. „Wir gehören unter die Top 3, betont Pross. Sein Kreativpartner Schmidt sagt: „Wir müssen es nicht schönreden, wir sind mit dem Ergebnis unzufrieden. 2012 werden wir versuchen, bei den Wettbewerben wieder zu glänzen." Genau das fordert übrigens auch WPP-Chef Martin Sorrell, dessen Holding-Company Scholz & Friends in diesem Jahr übernommen hat: „Seine Ansage lautet, die Agentur soll so bleiben wie sie ist: möglichst eigenständig und am besten noch kreativer. Da nehmen wir ihn jetzt einfach mal beim Wort", erklärt Pross. Sein Partner Schmidt ergänzt: „Mein Eindruck ist, dass Sorrell das Thema Kreation genauso ernst nimmt wie seine wirtschaftlichen Zielvorgaben."

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Das vollständige Interview lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 34/2011 vom 25. August.

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In Bezug auf Award Shows kämpft Scholz & Friends seit Jahren mit dem Image der Goldideen-Schmiede, die sich par excellence auf das Basteln von Prototypen versteht. Das soll sich ändern. Schon in diesem Jahr konnte das Team mit einer großen, integrierten Kampagne für Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge glänzen. „Meister versus Meister" hat hierzulande bei fast allen namhaften Kreativwettbewerben gepunktet. So soll es weitergehen. Auch für die Kunden Opel und Saturn habe man einige Highlights im Köcher. „Bei Opel stehen wir am Anfang einer wunderbaren Beziehung", sagt Schmidt. „Ich freue mich sehr über das, was wir in den ersten Monaten geschaffen haben. Und noch mehr auf das, was kommt. Die kreative Kurve zeigt auf jeden Fall nach oben."

Passend zum bodenständigen Image ihrer Agentur gönnen sich Pross und Schmidt auch in ihrer Freizeit keine extravaganten Hobbys. „Ich finde meinen Ausgleich in der Normalität", sagt Schmidt. Lebensmittel einkaufen, Altglas wegbringen oder U-Bahn fahren sind ganz ausgezeichnete Ausgleichstätigkeiten." Für Pross steht fest: „Unser Bungee-Jump ist der Job. Deshalb betrachte ich Nichtstun in meiner Freizeit auch überhaupt nicht als langweilig."bu
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