Ruzicka-Prozess: Verhandlungsmarathon zieht sich weiter in die Länge

Mittwoch, 18. Juni 2008
Ein baldiger Abschluss des Prozesses ist nicht in Sicht
Ein baldiger Abschluss des Prozesses ist nicht in Sicht

In gewohnter Manier wurde heute das Hauptverfahren gegen die ehemaligen Aegis-Manager Aleksander Ruzicka und David Linn fortgesetzt. Die sechste Strafkammer des Wiesbadener Landgerichts unter dem Vorsitz von Richter Jürgen Bonk lud erneut einen Kunden der Mediaagentur in den Zeugenstand. Wie alle Befragten zuvor erklärte aber auch die ehemalige Marketingleiterin Birgit H. von Pit Stop, dass Verträge und Rechnungen der Mediaagentur korrekt gewesen seien. Im Anschluss an ihre Befragung erläuterte die leitende Ermittlungsbeamtin Silke T. eine von ihr erstellte Liste, auf der alle Geldflüsse mit den entsprechenden Rechnungsnummern verzeichnet sind. Diese Liste hatte Frau T. auf Wunsch des Gerichts erstellt, um die Geldströme, die von Aegis an die Barterfirma Emerson FF und die vermeintlichen Tarnfirmen geflossen sind, für alle Prozessbeteiligte übersichtlicher zu machen. Insgesamt sollen so laut Anklageschrift rund 52 Millionen Euro durch die Angeklagten bei Aegis Media veruntreut worden sein.

Zum Abschluss des heutigen 21. Verhandlungstages beantragte Ruzickas Strafverteidiger Marcus Traut die Ladung eines weiteren Zeugens von dem Nürnberger Unternehmen Apotheker Walter Bouhon. Außerdem forderte Traut erneut die Zeugeneinvernahme der führenden Aegis-Manager in Person von: Jerry Buhlmann, dem jetzigen weltweiten CEO von Aegis Media, seinem Vorgänger Mainardo de Nardis und dem weltweiten CEO der Aegis Holding Robert Lerwill. Diesen Antrag hatte Ruzickas Anwalt bereits zu Prozessbeginn gestellt.

Die Hauptverhandlung wird kommende Woche fortgesetzt. Laut Richter Bonk ist dann unter anderem die Zeugenbefragung einer weiteren Aegis-Mitarbeiterin geplant.
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