Ruzicka-Prozess: Plädoyers stehen kurz bevor

Montag, 09. März 2009
Richter Jürgen Bonk (Mitte) will die Beweisaufnahme abschließen (Bild: pdh-Foto, Wolfgang Hörnlein)
Richter Jürgen Bonk (Mitte) will die Beweisaufnahme abschließen (Bild: pdh-Foto, Wolfgang Hörnlein)

Der Strafprozess gegen die beiden früheren Aegis-Manager Aleksander Ruzicka und David Linn geht auf die Zielgerade. Der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk hat angeregt, am 23. März mit den Plädoyers zu beginnen. Voraussetzung ist allerdings, dass bis dahin die noch offenen Beweisanträge entschieden werden. Sollten diese abgelehnt werden und keine neuen Anträge hinzukommen, könnte die Kammer die Beweisaufnahme schließen und die Staatsanwaltschaft, wie jetzt geplant, am 23. März mit ihrem Plädoyer beginnen. Ob dann auch schon die Verteidigung ihre Sicht der Dinge darlegt, ist unklar. In der Regel plädieren Staatswanwaltschaft und Verteidigung bei Strafverfahren dieser Größenordnung nicht am selben Tag.

Der heutige Verhandlungstag hat dem Hauptangeklagten Ruzicka und seinen Anwälten unterdessen eine weitere Schlappe beschert. Die Kammer hat 15 von 16 bislang noch offenen Beweisanträgen abgelehnt. Dabei ging es unter anderem um die Einholung verschiedener Sachverständigengutachten, die Vernehmung mehrerer Zeugen von Agentur- und Kundenseite sowie die Einführung verschiedener Buchhaltungsunterlagen und Verträge.

Zur Begründung sagte Richter Bonk, dass viele Anträge keinen Bezug zu den Tatvorwürfen beziehungsweise der Schuld- und Straffrage hätten und deshalb abzulehnen waren. Der Verteidigung steht das Recht zu, die Entscheidungen zu prüfen und gegebenfalls Widerspruch einzulegen. Mit diesem muss sich die Kammer dann erneut beschäftigen. Bereits Anfang Februar hatte das Gericht zahlreiche Beweisanträge der Verteidigung von Ruzicka abgelehnt. mam  
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