Ruzicka-Prozess: OLG prüft Haftbeschwerde

Donnerstag, 05. Juni 2008
Aleksander Ruzicka
Aleksander Ruzicka

Das Beschwerdeverfahren gegen die Fortdauer der Untersuchungshaft für den ehemaligen Aegis-Manager Aleksander Ruzicka geht in die nächste Runde. Wie das zuständige Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt mitteilt, ist am heutigen Donnerstag die "Haftfortdauerbeschwerde" beim 1. Strafsenat eingegangen. Die Beschwerde richtet sich gegen einen Beschluss des Landgerichts Wiesbaden, vor dem sich Ruzicka wegen des Vorwurfs der schweren Untreue verantworten muss. Die dortige 6. Strafkammer hatte am 18. April entschieden, die Untersuchungshaft gegen Ruzicka nicht aufzuheben. Nachdem zwischenzeitlich auch die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt ihre Stellungnahme abgegeben hat, muss nun das OLG entscheiden.

Der Senat ist in Haftsachen gehalten, umgehend über eine Beschwerde zu entscheiden. Wann die Entscheidung fallen wird, lässt sich laut OLG-Sprecher Ingo Nöhre jedoch noch nicht absehen. Es sei zunächst umfangreiches Aktenmaterial zu sichten.

Ruzickas Anwalt Marcus Traut begründet seinen Antrag und die Beschwerde gegen den Beschluss des Landgerichts damit, dass keine Fluchtgefahr bestehen würde. Außerdem bemängelt er den schleppenden Verlauf des Verfahrens. Ruzicka sitzt seit Oktober 2006 in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn und den Mitangeklagten David Linn läuft seit Mitte Januar 2008. Ihnen wird vorgeworfen, insgesamt 52 Millionen Euro veruntreut zu haben. mam
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