Ruzicka-Prozess: Keine Aussage von Aegis-Chef Buhlmann

Montag, 29. September 2008
Vernehmung verschoben: Aegis-Chef Jerry Buhlmann
Vernehmung verschoben: Aegis-Chef Jerry Buhlmann

Die für den heutigen Verhandlungstag geplante Vernehmung des weltweiten Aegis-Media-Chefs Jerry Buhlmann ist nicht zustande gekommen. Grund: Die Verteidigung des Hauptangeklagten Aleksander Ruzicka hatte Ende voriger Woche Bedenken angemeldet, weil die Video-Vernehmung Buhlmanns in den Londoner Geschäftsräumen von Aegis stattfinden sollte. Dadurch sei eine von Dritten unbeeinflusste Befragung nicht garantiert, so die Position der Ruzicka-Anwälte. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Bonk hat sich dieser Position angeschlossen. Nun bemüht man sich, eine Video-Vernehmung von Buhlmann in einem Londoner Gericht zu organisieren.

Buhlmann steht seit kurzem als Nachfolger von Mainardo de Nardis an der Spitze von Aegis Media. Der 48-Jährige war während der Amtszeit von Ruzicka Europachef des Networks und damit dessen Vorgesetzter. Ruzicka wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, zusammen mit dem ebenfalls Angeklagten David Linn und weiteren Beschuldigten insgesamt 51,2 Millionen Euro bei seinem früheren Arbeitgeber veruntreut zu haben.

Bei der Fortsetzung der Befragung eines ehemaligen Mitarbeiters der Barterfirma Emerson kamen keine neuen Erkenntnisse zutage. Der Zeuge bestätigte noch einmal, dass die Firma Emerson FF, über die große Teile der mutmaßlich veruntreuten Gelder abgeflossen sind, nur in zwei Fällen über Werbezeiten verfügte. Diese wurden seinen Angaben zufolge zum einen in Zusammenarbeit mit der Agentur Initiative für den Kunden Johnson & Johnson eingesetzt; zum anderen für den Aegis-Kunden Warsteiner.

Der Prozess geht jetzt in die Herbstpause und wird am 20. Oktober fortgesetzt. Bis Ende November sind weitere zwölf Verhandlungstage angesetzt. Der Hauptangeklagte Ruzicka sitzt seit Ende Oktober 2006 in Untersuchungshaft. mam

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