Ruzicka-Prozess: Gericht will TV-Vermarkter als Zeugen laden

Dienstag, 15. Januar 2008

Die Gerichtsverhandlung gegen die beiden Ex-Aegis-Manager Alexander Ruzicka und David Linn hat begonnen. Vor dem Wiesbadener Landgericht wurde heute vom ermittelnden Staatsanwalt Wolf Jördens die Anklageschrift verlesen. Ruzicka und Linn wird schwere Untreue vorgeworfen. Sie sollen mehr als 50 Millionen Euro aus der Firmenkasse von Aegis Media abgezweigt haben.

Nach Verlesung der Anklageschrift stellte Ruzickas Verteidiger Michael Traut den Antrag, die Verhandlung auszusetzen. Grund: Der Verteidigung seien nicht alle Unterlagen zugänglich gemacht worden. Dies gelte zum Beispiel für die Protokolle der Vernehmung von Reinhard Zoffel, dem ehemaligen Mitinhaber der Wiesbadener Agentur Zoffel Hoff (heute: Wunschkind). Über den Antrag wird das Gericht voraussichtlich am zweiten Verhandlungstag am Dienstag kommender Woche entscheiden.

Einen Tag später sollen die ersten Zeugen vernommen werden. Dazu gehören laut dem vorsitzenden Richter Jürgen Bonk auch die "maßgeblichen Verantwortlichen" der beiden TV-Vermarkter IP und Seven-One Media. Sie sollen gehört werden, damit sich das Gericht einen Überblick über die üblichen Marktmechanismen verschaffen kann. ejej/mam

Meist gelesen
stats