Rosenkrieg: S&J und Eurokaution gehen getrennte Wege

Montag, 20. Juli 2009
S&J schießt in Richtung Eurokaution
S&J schießt in Richtung Eurokaution

Die Hamburger Agentur Springer & Jacoby (S&J) tritt die Flucht nach vorn an. Die angeschlagene Avantaxx-Tochter, die derzeit aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Elmshorner Muttergesellschaft um ihre Existenz kämpft, meldet die sofortige Trennung vom Kunden Eurokaution. Als Grund nennt die Agentur finanzielle Unregelmäßigkeiten auf Seiten des Auftraggebers. S&J hatte den Etat zu Jahresbeginn gewonnen. Das Aufgabenspektrum umfasste die Entwicklung des Corporate Designs sowie die Umsetzung klassischer Werbung und den neuen Internetauftritt. Eurokaution vermittelt Versicherungspolicen zwischen privaten Mietern und Vermietern bis zu einer Höhe von 12.000 Euro, die dann von einer Versicherung gestellt werden.

Aus dem Umfeld von S&J heißt es, der Kunde habe seine Zahlungverpflichtungen nur unzureichend erfüllt. Mittlerweile seien aber alle Forderungen der Agentur beglichen. Die Zusammenarbeit von Eurokaution mit der PR-Agentur Public News geht indes weiter. Die Hamburger Firma bleibt nach eigener Auskunft an Bord. Finanzielle Probleme habe es mit dem Kunden nicht gegeben. Public News war zu Jahresbeginn zusammen mit S&J als Betreuer vorgestellt worden.

Bei Eurokaution widerspricht man energisch der Darstellung von S&J und droht sogar juristische Schritte gegen die Agentur an. Das Unternehmen bemängelt "Unregelmäßigkeiten bei der Rechnungsstellung" und immer wieder "Nachforderungen in nicht nachvollziehbarer Höhe". Auf Intervention des Kunden habe die Agentur sofort einen mittleren fünfstelligen Betrag gutgeschrieben. Nach einem Gespräch mit Eigentümer Lutz Schaffhausen sei erneut ein fünfstelliger Betrag nachgelassen worden. Laut Eurokaution hat Schaffhausen die Rechnungsstellung von S&J als "völlig überzogen und abenteuerlich" eingestuft.

"Ich stelle fest, dass die Trennung auf unseren Wunsch hin geschehen ist, weil das Vertrauensverhältnis durch die Agentur aufs schwerste zerstört wurde", erklärt Eurokaution-Geschäftsführer Rüdiger Wolff. Diesem Wunsch sei die Geschäftsführung der Agentur mit der Aufhebungsvereinbarung gefolgt. mam 
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