Renault bündelt bei Publicis / Nordpol entscheidet sich gegen Verkauf

Donnerstag, 04. April 2013
Renault entscheidet sich ...
Renault entscheidet sich ...

Die Entscheidung, wie es bei Renault Deutschland in Sachen Agenturen weitergeht, ist offenbar gefallen. Nach Informationen von HORIZONT bündelt der Autobauer seine Werbeetats für die Marken Renault und Dacia bei Publicis. Der Schritt erfolgt dem Vernehmen nach nicht zuletzt auf Wunsch der Konzernzentrale in Paris, die das Mandat bei einer Leadagentur bündeln möchte. Das Nachsehen bei dieser Lösung hätte die Agentur Nordpol. Sie betreut Dacia und ist auch für die Marke Renault tätig.
... für das Team um Horst Wagner bei Publicis in Hamburg
... für das Team um Horst Wagner bei Publicis in Hamburg
Die beiden Nordpol-Chefs Mathias Müller-Using und Lars Rühmann dürfte die Etatverschiebung nicht unvorbereitet treffen. Denn der Schritt steht in Zusammenhang mit ihrem Entschluss, ihre Firma nicht an die Publicis-Holding zu verkaufen. Entsprechende Gespräche waren im Herbst vorigen Jahres bekannt geworden. Auf Druck von Renault Deutschland hatten die beiden Agenturen ausgelotet, inwieweit sich die Zusammenarbeit für den Kunden verbessern lässt. Dabei stand auch die Option einer Übernahme von Nordpol durch Publicis im Raum.

Diese Option ist nun vom Tisch. Nordpol will unabhängig bleiben und sich nicht in eine Holdingstruktur einbinden lassen - zumindest wohl nicht unter den Rahmenbedingungen, die das Network angeboten hat. Dafür nimmt die Agentur in Kauf, den wichtigen Auftraggeber Renault Deutschland zu verlieren. Diesem scheinen, nicht zuletzt wegen der Vorgaben aus Paris, die Hände gebunden. Dabei ist es kein Geheimnis, dass das Führungsteam um Vorstandschef Achim Schaible in der Vergangenheit nicht immer glücklich mit Publicis war. Nordpol wiederum hat sich mit mehreren Arbeiten für Renault, vor allem aber mit den Kampagnen für Dacia, hohes Ansehen beim Kunden erworben.

Nichtsdestotrotz: Für die neue deutsche Publicis-Führung um die Chefs der Tochteragentur Pixelpark Horst Wagner und Dirk Kedrowitsch ist die Entscheidung von Renault ein großer Erfolg. Nun müssen sie zeigen, dass sie den Erwartungen gerecht werden. Erste Weichen wurden bereits gestellt: Publicis hat den Etat nach Hamburg verlagert und ein neues Team aufgebaut. Wann genau die Umstellung wirksam wird, ist noch unklar. In diesem Jahr dürften jedenfalls noch mehrere Arbeiten von Nordpol zu sehen sein. Die Beteiligten wollen sich nicht zum Thema äußern. Bei den Agenturen heißt es "kein Kommentar", Renault-Kommunikationsvorstand Reinhard Zirpel erklärt, dass man sich grundsätzlich nicht zu vertraglichen Beziehungen mit Partnern äußere. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 14/2013 vom 4. April
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