Reckitt Benckiser bündelt weltweiten Etat bei Havas und Publicis / Zenith Optimedia ist der große Gewinner

Mittwoch, 25. November 2009
Vanish, Calgon, Air Wick und Sagrotan sind vier von 17 "Powerbrands" von Reckitt Benckiser
Vanish, Calgon, Air Wick und Sagrotan sind vier von 17 "Powerbrands" von Reckitt Benckiser

Ein weiterer Mega-Pitch ist entschieden. Die Havas Media Group und die Publicis Groupe haben sich im Rennen um den weltweiten Mediaetat von Reckitt Benckiser durchgesetzt. Die Holdings der Dienstleister MPG (Havas) und Zenith Optimedia (Publicis) werden den knapp 900 Millionen Euro schweren Etat, den Reckitt Benckiser jährlich in Marken wie Calgon, Vanish, Airwick und Clearasil investiert, unter sich aufteilen. Das Nachsehen bei dem Pitch, der von den Media-Units in London und New York durchgeführt wurde, haben somit Omnicom und WPP. Die Holdings von OMD (Omnicom) sowie Mindshare und Mediacom (WPP) hatten sich ebenfalls an der Ausschreibung beteiligt.

Das Management von Havas und Publicis kennt sich mit dem Portfolio von Reckitt Benckiser bestens aus. Das Unternehmen arbeitet in einigen Märkten seit Jahren mit diversen Dienstleistern der beiden Media-Holdings zusammen. So ist derzeit in den USA etwa die Havas-Tochter MPG am Ruder. In Deutschland lässt Reckitt Benckiser seine von EURO RSCG entwickelten TV-Spots und Anzeigen seit längerem schon vom Publicis-Dienstleister Zenith Media schalten. Wie HORIZONT.NET aus informierten Kreisen erfuhr, hat die in Düsseldorf ansässige Vivaki-Tochter den Deutschland-Etat nun verteidigt - und nicht nur das: Die Dachgesellschaft Zenith Optimedia, die über ihre Düsseldorfer Tochter bislang lediglich in Deutschland für Reckitt tätig war, ist dem Vernehmen nach der große Gewinner des Pitchs. Während die Agentur bislang gerade einmal 5 Prozent des globalen Etats betreute, werden es künftig wohl mehr als 50 Prozent sein. Dabei geht es nicht nur um den Einkauf von TV-Werbezeiten oder Anzeigenseiten. Die neuen Verträge sehen vor, dass die Dienstleister von Havas und Publicis auch Planung und Einkauf in den Bereichen Online und Digital übernehmen.

Mit der Konsolidierung seines weltweiten Etats will Reckitt Benckiser offenbar vor allem die Kosten senken. Derzeit investiert das Unternehmen einen relativ hohen Anteil von 12,4 Prozent seines weltweiten Umsatzes in den Mediaeinkauf. Ziel der Bündelung sei es, Skaleneffekte zu erzielen, die Medialeistung zu steigern und einen vollintegrierten Auftritt über alle Marken hinweg sicherzustellen, teilt Reckitt Benckiser mit.

Zudem glaubt das Unternehmen, mit der schlankeren Struktur in Zukunft schneller auf Entwicklungen reagieren zu können: "Die medialen Konsumgewohnheiten der Verbraucher ändern sich ständig, und angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage müssen wir radikal denken", sagt Rakesh Kapoor, der als Executive Vice President das Category Development von Reckitt Benckiser verantwortet. Der neue Ansatz bei Mediaeinkauf- und Planung ermögliche eine völlig neue Art der Kommunikation mit dem Endkunden, so Kapoor weiter. mas
Meist gelesen
stats