Rechnungshof rügt Trittin wegen Etatvergabe an Zum goldenen Hirschen

Mittwoch, 22. Juni 2005

Nach dem Streit um die Etat-Vergabe der Deutschen Tourismus-Zentrale steht der deutschen Werbewirtschaft weiterer Ärger ins Haus: Der Bundesrechnungshof hat Umweltminister Jürgen Trittin wegen der Vergabe von Aufträgen an die Berliner Werbeagentur "Zum goldenen Hirschen" kritisiert. Die Prüfer des Rechnungshof sollen sieben Aufträge über Plakate, Banner-Werbung und Anzeigen in Tageszeitungen untersucht haben. Sechs der sieben seien "freihändig ohne Wettbewerb" vergeben worden, einer sogar nur in mündlicher Form.

In zwei Fällen hätten die Kampagnen laut Prüfungsbericht sogar "EU-weit bekannt gemacht werden müssen". Das Gesamtvolumen wird auf rund 1,3 Millionen Euro beziffert. Dabei handelt es sich unter anderen um Kampagnen zur Abschaltung des Atomkraftwerkes in Stade oder für den Rußfilter. Trittins Büro hatte die Entscheidung für die Hirschen mit deren "besonderer Kreativität" und der "Eilbedürftigkeit" begründet. Dies hat der Rechnungshof allerdings nicht gelten lassen. Das Thema soll beim Haushaltsausschuss am 29. Juni auf der Tagesordnung stehen. mh
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