Razorfish-Boss soll Publicis auf digitalen Kurs bringen

Dienstag, 06. Dezember 2011
Bob Lord von Razorfish soll Publicis auf digitalen Kurs trimmen
Bob Lord von Razorfish soll Publicis auf digitalen Kurs trimmen

Der weltweite CEO Bob Lord von Razorfish soll bei seiner Muttergesellschaft Publicis alle digitalen Firmen und Einheiten unter die Lupe nehmen und womöglich völlig neu ordnen. Wie US-amerikanische Fachmedien berichten, nutzt die Pariser Agenturholding das Ausscheiden der bisherigen Digitas-Chefin Laura Lang, um die eigene digitale Strategie zu überdenken und neu zu formieren. Diese Aufgabe wird Long von Razorfish übernehmen, der dabei nicht nur einen Blick auf das Portfolio der zugekauften Firmen sondern auch auf die einzelnen digitalen Units der Networks von Publicis werfen wird. In den vergangenen Jahren hat der CEO von Publicis Maurice Lévy Millionen in den digitalen Bereich investiert. Als erstes kaufte er 2007 für 1,3 Milliarden Dollar Digitas, danach erfolgte die Übernahme von Razorfish für 530 Millionen Dollar und erst kürzlich die von Rosetta für 575 Millionen Dollar. Mit Ausnahme von Rosetta wurden diese Online-Agenturnetworks operativ unter dem Dach von Vivaki angesiedelt.

Zu dieser 2008 gegründeten Agenturgruppe gehören seitdem auch die Medianetzwerke von Publicis Optimedia, Zenithmedia, Starcom und Media Vest. Allerdings haben auch die Kreativnetworks der Pariser Holding wie Leo Burnett oder Saatchi & Saatchi inzwischen ihre eigene Expertise im digitalen Bereich aufgebaut und Lord muss nun sehen, wie das alles unter einen Publicis-Hut passt, denn die Marschrichtung von Lévy ist klar: 35 Prozent des Umsatzes sollen in Zukunft aus dem digitalen Bereich stammen.

Wie stark von dieser strategischen Neuordnung auch das Konstrukt von Vivaki betroffen sein wird, ist nicht absehbar. Ebenso wenig, welche Folgen sie für die deutsche Vivaki-Gruppe haben wird. Gegenüber HORIZONT.NET hat deren Chairwoman Nicole Prüsse bislang keine Stellungnahme dazu abgegeben. ejej
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