Radio Lions: „Dumb Ways to die” überzeugt auch ohne Bilder / keine Löwen für Deutschland

Mittwoch, 19. Juni 2013
In der Kategorie Radio gehen deutsche Agenturen leer aus
In der Kategorie Radio gehen deutsche Agenturen leer aus

Welch eine Enttäuschung für die deutschen Agenturen: Bei den Radio Lions reichte es in diesem Jahr für keinen einzigen Löwen. Im Vorjahr waren es immerhin fünf! Der deutsche Radio-Juror Ralf Heuel, Kreativchef von Grabarz & Partner, wagt einen Erklärungsversuch: " Ich glaube, die Deutschen haben ein Problem mit einem ganz großen Trend: Emotionalität." Außerdem seien die deutschen Einreichungen nicht sehr gut aufbereitet gewesen. Viele der Spots waren ausschließlich in deutscher Sprache produziert, die englische Übersetzung lag lediglich als Ausdruck bei. Dabei geht natürlich viel vom ursprünglichen Charme verloren.
Heuel sagt, die Lufthansa-Kampagne von Kolle Rebbe sei noch am meisten diskutiert wurden. Letztlich liegt aber auch hier der Clou im originellen Einsatz der deutschen Sprache. Die originellen Urlaubsreime sind im Prinzip nicht übersetzbar. Heuel moniert weiterhin, dass Radio in Deutschland vor allem als Abverkaufsmedium betrachtet wird. "Leider wird Radio hierzulande selten strategisch und intelligent zum Markenaufbau genutzt."

Wie man es besser machen könnte, beweisen die Goldgewinner und der Grand Prix. Hier setzte sich einmal mehr die bereits in anderen Wettbewerbssparten mit dem Best-of-Show-Award prämierte Kampagne "Dumb Ways to Die" für Metro Trains von McCann in Melbourne durch. Jurypräsident Ralph von Dijk, Gründer von Eardrum, betont, dass sowohl den überwältigenden Youtube-Erfolg als auch die Exekution in anderen Medien hier außer acht gelassen habe und sich die Jury bei der Bewertung ausschließlich darauf konzentriert hat, was die Kampagne für das Medium Radio tut. Und hier war man sich schnell einig, dass der Song sowohl hervorragend getextet sei, eine relevante Botschaft kommuniziert und das dann noch auf maximal unterhaltsame Weise.

Ein weiterer Kandidat in der Diskussion um den Grand Prix war die Dove-Kampagne Auto Tune von Ogilvy & Mather in London. Heuel hebt außerdem den Spot Call Girl für Prime Television von Draft FCB in Neuseeland als hervorragendes Beispiel für das Medium hervor. Insgesamt hat die Jury 47 Löwen vergeben. Das sind acht weniger als im Vorjahr. Eingereicht wurden in dieser Sparte 1552 Arbeiten. bu
Meist gelesen
stats