RMS-Texterworkshop: Spielwiese für den kreativen Nachwuchs

Donnerstag, 04. August 2011
Jan Leube (rechts) und sein Team brüten über guten Ideen (Bild: Robert Schildkopf/ Studio Funk)
Jan Leube (rechts) und sein Team brüten über guten Ideen (Bild: Robert Schildkopf/ Studio Funk)

Mehrmals im Jahr lädt der Radio Marketing Service (RMS) junge Kreative zu Workshops ein, um unter realen Arbeitsbedingungen den Nachwuchs für das Medium Radio zu begeistern. Kürzlich fand in Hamburg unter dem Motto "Lauter Leuchten" die 50. Veranstaltung statt - und die Ergebnisse können sich wahrlich hören lassen. Die Radio-Workshops - die sich unter Juniortextern zunehmend großer Beliebtheit erfreuen - sollen ein Anreiz für den kreativen Nachwuchs sein, sich intensiver mit Radio-Werbung auseinanderzusetzen. Dafür legt sich RMS ordentlich ins Zeug: An zwei Tagen dürfen sich die Teilnehmer kreativ so richtig austoben - produktiv müssen sie aber aber auch sein. Der Radio-Vermarkter hat die Kunden DEVK, L'tur und Vodafone eingeladen, die Workshop-Teilnehmer sollen Radio-Kampagnen für die Unternehmen entwickeln. Dazu werden die Teilnehmer in sechs Teams aufgeteilt, jede Gruppe bekommt einen erfahrenen Kreativen als Tutor. Neben dem ehemaligen Düsseldorfer Saatchi & Saatchi-Geschäftsführer Stephan Zilges, Andreas Forberger von Heye & Partner sowie Jan Leube von Young & Rubicam und Betriebskultur-Inhaber Wolfgang Kröper geben auch die beiden Inhaber der Berliner Agentur RömerWildberger Alex Römer und Thomas Wildberger ihr Wissen weiter.

"Liebe zum Medium"

"Liebe zum Medium"
Auf der folgenden Seite spricht RMS-Geschäftsführer Florian Ruckert im Interview mit HORIZONT.NET über die Workshop-Reihe des Audio-Vermarkters und die Bedeutung von Radio-Werbung.

Die beiden Agenturpartner haben eine Reihe von Regeln entwickelt, die nicht nur dem Nachwuchs als Orientierungshilfe für gute Kreation dienen sollen. Die Workshop-Teilnehmer bekommen sie in einem Impuls-Referat zu hören, für die breite Öffentlichkeit sind sie nicht bestimmt.Nur so viel: Römer und Wildberger raten den Juniortextern, so viel wie möglich zu experimentieren und dabei auch alle Konventionen über Bord zu werfen. „Das Medium Radio wird im Vergleich zu Print, TV und Online viel zu schlecht behandelt. Dabei ist mit Radiowerbung sehr viel möglich – wenn man das Medium beherrscht, denn Funk bedeutet sehr viel kreatives Handwerk. Dieser Workshop ist deswegen eine gute Sache: Hier können die jungen Kreativen herausfinden, ob Radio etwas für sie ist", so Wildberger.

Und so hören sich die Workshop-Ergebnisse an (Auszug)



Die Teams sind in den zwei Tagen ausschließlich untereinander - abgesehen von der Jubiläumsparty, die RMS am ersten Abend schmeißt. Nachdem die Gruppen Ideen entwickelt und Copies geschrieben haben, werden die Spots am zweiten Tag im renommierten Studio Funk produziert. Am Ende des Workshops dürfen auch die Kunden die fertigen Werke hören - und sind allesamt begeistert. Gute Ideen haben die Chance, gekauft zu werden und on air zu gehen. Außerdem werden alle bei den Workshops entstandenen Spots automatisch bei den Ramses Radio-Awards eingereicht. Auch Gruppentutor Thomas Wildberger ist mit den Ergebnissen zufrieden: „Man hat gemerkt, dass die Teilnehmer sich in ihrem Metier sehr gut auskennen und schon länger in Agenturen sind. Deswegen haben wir auch so einen Super-Output.“ ire

Mehr über den Ablauf des 50. RMS-Texter-Workshops lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT


"Liebe zum Medium und seinen Möglichkeiten wecken"

Florian Ruckert ist seit Juli Vorsitzender der RMS-Geschäfstführung
Florian Ruckert ist seit Juli Vorsitzender der RMS-Geschäfstführung
Der 50. RMS-Texterworkshop ist Geschichte, wie fällt Ihre Bilanz der Jubiläums-veranstaltung aus? Die Spotbilanz kann sich hören lassen. Es sind 32 Spots entwickelt und produziert worden, die alle auf unterschiedlichste Herangehensweise die kreativen Möglichkeiten von Radio ausgelotet haben. Die Jubiläumsparty war ein rauschendes Fest mit vielen unterhaltsamen Höhepunkten, das trotz des Workshop-Programms am nächsten Tag, bis in die frühen Morgenstunden ging. Wir freuen uns jetzt schon auf den 100. RMS Texterworkshop!

Wann hat RMS mit diesen Workshops angefangen und welche Idee stand dahinter? Der erste RMS Texterworkshop fand 1999 statt. Das Konzept, Juniortexter mit erfahrenen Kreativen in professioneller Produktionsumgebung bei Studio Funk für reale Kunden Spots gestalten zu lassen, stand von Beginn an fest und ist seither kaum verändert worden. Nur die automatische Teilnahme am RAMSES Kreativ Award in der Kategorie Junior ist noch hinzugekommen.

Wie hat sich die Veranstaltungsreihe seit dem Beginn entwickelt? Die Workshops erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit bei – und das ist sicherlich auch das Besondere an diesem Konzept – allen Zielgruppen. Denn alle Beteiligten profitieren von der intensiven Auseinandersetzung mit der Radiowerbung in diesen zwei Tagen: Kunden schauen hinter die Kulissen, gewinnen Einblick in die Gestaltungsprozesse und die kreativen Möglichkeiten, junge Talente können sich auf der kreativen Spielweise ausprobieren und profitieren von den professionellen Rahmenbedingungen und „alte Hasen“ haben Spaß an der Nachwuchsförderung und der kreativen Fingerübung. RMS hat sich mit den Texterworkshops einen Namen in Sachen Nachwuchsförderung, Kundenservice und Kreativkompetenz gemacht. Dass einige Spots dann auch on air gehen oder in Cannes auf die Shortlist kommen, spricht für die Qualität der Veranstaltung und ihren Beteiligten.

Bei den Workshops geht es ja um Radio-Werbung. Wie beurteilen Sie die Bedeutung des Mediums Radio heute? Radio bietet seit Jahren ungebrochen höchste Nutzerzahlen und ist neben TV stärkstes Reichweitenmedium in Deutschland. Anders als TV ist es trotz hoher nationaler Reichweite regional steuerbar und bietet gerade in den begehrten, jungen Zielgruppen ein enormes Aktivierungspotential - und dies insbesondere in Nutzungssituationen, die für das Fernsehen noch nicht oder nicht mehr zugänglich sind. Und es ist und bleibt das Werbemedium mit dem effizientesten Mitteleinsatz, es ist beim Return of Investment anderen Gattungen überlegen, daher ein Werbeträger mit höchster Relevanz im Mediamix.

Zuletzt waren deutsche Agenturen beim internationalen Kreativ-Festival in Cannes mit zweimal Gold recht erfolgreich. Hat deutsche Radio-Werbung eine besondere kreative Qualität? Seit der Einführung der Kategorie Radio beim Werbefestival in Cannes ist deutlich geworden, dass die deutsche Radiowerbung im internationalen Wettbewerb sehr gut mithalten kann und häufig ausgezeichnet wird. Hier sehen wir uns in der Fortsetzung unserer Texterworkshops absolut bestätigt.

Wie wichtig ist es denn, den Nachwuchs für Radio zu begeistern? Es ist wichtig, Nachwuchstexter in kompetenter Weise an das Radio heranzuführen, um die Liebe zum Medium und seinen Möglichkeiten sowie den Ehrgeiz für hohe Qualität in der Radiowerbung zu wecken. Dies gilt umso mehr in Zeiten, in denen in Halbjahres-Zyklen ein Media-Hype-Thema das nächste ablöst. Radio ist auch in Kreativagenturen noch allzu häufig ein unterschätztes Medium. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Gute Radiospots sind die Königsdisziplin in der Werbung, weil sie ohne visuelle Unterstützung auskommen.
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