Quietschbuntes Mini-Musical: Frankfurter Aids-Hilfe und McCann feiern die "Poppkultur"

Donnerstag, 09. Juni 2011
Plakatmotiv der Poppkultur-Kampagne
Plakatmotiv der Poppkultur-Kampagne


Jetzt wird's poppig! Zum 25-jährigen Jubiläum der Aids-Hilfe Frankfurt hat McCann Erickson ein Mini-Musical kreiert. Das Video - ein kunterbunter Mix aus Pop-Art, Revue-Theater und Travestie-Show - bildet den Höhepunkt der bereits vor einigen Monaten gestarteten Geburtstagskampagne mit dem Motto "25 Jahre Poppkultur". Wer sich den sehenswerten Film anschauen will, muss sich allerdings ein bißchen Zeit nehmen. Denn das Video ist ganze 4:30 Minuten lang. Seit 14 Jahren realisiert die Frankfurter McCann-Niederlassung Kampagnen für die Einrichtung. "Dieser Auftritt übertrifft jedoch alle bislang dagewesenen", so Thomas Auerswald, Creative Director bei McCann Erickson, gegenüber HORIZONT.NET.

Hauptperson im Film ist der Frankfurter Travestie-Künstler Thomas "Bäppi La Belle" Bäppler. Als Conférencier verkleidet, führt er durch verschiedene Welten wie einen Jahrmarkt oder ein Casino. Um ihn herum tanzen in weiße Unterwäsche gekleidete Protagnisten, die in verschiedene Liebesfallen tappen und so vor sexuell übertragbaren Krankheiten warnen. Äußerst detailliert kommentiert wird das Ganze vom singenden Bäppi La Belle, der dabei kein Blatt vor den Mund nimmt: "Herpes Genitalis will nicht mal die Marlies" oder sogar "Je nachdem, wie man's macht, juckt's am Anus oder Schaft". Davor bewahren könne nur eines: "Poppkultur, Poppkultur! Schützt dich prima bei l'amour!" Der Titel stammt von Claudio Pagonis (Tinseltown Music).

"Obwohl es hier um alle möglichen sexuellen Krankheiten geht, soll der Film nicht abschrecken, sondern einfach nur zum verantwortungsvollen Umgang miteinander aufrufen", so Auerswald. Neben ihm verantworten Suzanne Förch (Group Head Art) und Katja Brett (Text) auf Agenturseite den Kunden. Alle Beteiligten an der Kampagne arbeiteten pro bono, so auch die Frankfurter Filmproduktion Gehrisch und Krack, die mit McCann Erickson bereits Kampagnen für Mastercard und Nestlé umgesetzt hat. Regie führten Roland Eisert und Christoph Hessenberg. Als Choreographin war Paula Rosolen an Bord.

Das aufwändig produzierte Mini-Musical feierte am Dienstag, 7. Juni, Premiere im Frankfurter Orfeo's-Erben-Kino. Wie lange der Film in den Lichtspielhäusern der Mainmetropole zu sehen ist, steht noch nicht fest. Auerswald: "Auch für die Ausstrahlung in den Frankfurter Kinos gibt es kein Geld. Wir hoffen trotzdem, dass sich noch mehr Betreiber dazu entschließen, diesen Film zu zeigen." jm
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