Publicis und Young & Rubicam im Gespräch

Mittwoch, 03. Mai 2000

Die Verhandlungen von WPP und Young & Rubicam (Y&R) über eine Fusion sind gescheitert – nur wenige Stunden, bevor der Merger besiegelt werden sollte. Grund dafür ist die Forderung der kleineren Agentur nach Autonomie. Young & Rubicam hatte verlangt, dass Vice-Chairman und Financial Officer Mike Dolan Dolan im ersten Jahr des Zusammenschlusses die gesamte Kontrolle über die Y&R-Gruppe halten sollte. Wäre es zum Deal gekommen, wäre auf Basis des Jahres 1999 mit einem Gross Income von 7,61 Milliarden Dollar die weltgrößte Agentur entstanden. Nach den abgebrochenen Verhandlungen mit WPP steht Young & Rubicam nun unter Zugzwang. Mit der französischen Agenturgruppe Publicis, die schon zuvor als Interessent im Gespräch war, steht allerdings bereits ein neuer Anwärter in den Startlöchern. Das Angebot soll aber unter dem von WPP liegen. Darüber hinaus könnte der wichtigste Y&R-Kunde Ford, der Konflikte mit dem von Publicis betreuten Rivalen Renault befürchtet, sein Veto einlegen. Der Autobauer hat seine Abneigung gegen das Szenario Y&R/Publicis schon kundgetan. Dann hätte Y&R ein ernstes Problem. Denn Insider halten mittlerweile auch eine feindliche Übernahme der US-Agentur durch WPP für möglich. Nähere Informationen stehen in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT.
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