Publicis macht auch 2009 Gewinn / Positive Prognose für 2010

Mittwoch, 17. Februar 2010
Publicis-CEO Maurice Lévy will Digitalgeschäft weiter ausbauen
Publicis-CEO Maurice Lévy will Digitalgeschäft weiter ausbauen

Publicis ist mit einem blauen Auge durch das Krisenjahr 2009 gekommen. Der Umsatz der französischen Agenturgruppe sank im vergangenen Jahr "nur" um 3,8 Prozent auf gut 4,5 Milliarden Euro. Das organische Wachstum, bei dem Zukäufe herausgerechnet werden, ging um 6,5 Prozent zurück. Unter dem Strich weist die Publicis Groupe auch für 2009 einen Gewinn aus. Das Plus in Höhe von 403 Millionen Euro fällt aber etwas niedriger aus als im Vorjahr, als noch 447 Millionen Euro erzielt wurden. Heftige Einbußen musste Publicis in Europa hinnehmen, wo die Geschäfte 2009 schlechter liefen als in anderen Märkten. So sanken die Gesamtumsätze von 1,8 Milliarden Euro im Vorjahr auf weniger als 1,6 Milliarden Euro. Das organische Wachstum brach um knapp 10 Prozent ein. Besonders hart getroffen hat es die Publicis-Standorte in Südeuropa, wo die Umsätze um mehr als 15 Prozent zurückgingen. Zum Vergleich: In Nordamerika stiegen die Umsätze sogar leicht von 2 Milliarden auf knapp 2,1 Milliarden Euro, das organische Wachstum sank lediglich um 4,2 Prozent.

Im asiatisch-pazifischen Raum erreichte Publicis mit Umsätzen in Höhe von 146 Millionen Euro fast das Niveau des Jahres 2008 (152 Millionen Euro). Auch in der Region Afrika / Mittlerer Osten konnte das Umsatzniveau des Vorjahres in Höhe von 134 Millionen Euro gehalten werden. In Lateinamerika sanken die Umsätze dagegen um 20 Millionen Euro auf 218 Millionen Euro.

Maurice Lévy: Während der Markt um 12 bis 14 Prozent eingebrochen ist, konnten wir das Minus auf 6,5 Prozent verringern.
Positiv beeinflusst wurde die Bilanz vom Digitalgeschäft, das auch 2009 zugelegt hat. Die Agenturgruppe, die 2009 Razorfish geschluckt hat, beziffert das organische Wachstum in diesem Bereich auf 7,1 Prozent. Inzwischen trägt das Digital-Geschäft mit 22,4 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Sparte Specialized Agencies and Marketing Services (SAMS), in der Publicis neben dem Digital-Segment auch weitere Dienstleistungen wie PR bündelt, steuerte 2009 insgesamt 44 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Werbesparte trug 35 Prozent, die Media-Sparte 21 Prozent zum Umsatz bei. 

"Für die Publicis Groupe war das Jahr paradox. Während der Markt zweistellig eingebrochen ist, waren wir in der Lage, die Talfahrt zu stoppen, das Minus zu halbieren und so Marktanteile hinzuzugewinnen", kommentiert CEO Maurice Lévy die Jahreszahlen. Dass Publicis besser abgeschnitten hat als der Markt, macht Lévy vor allem am strikten Kosten- und Personalmanagement sowie am erfolgreichen Neugeschäft der Agenturgruppe fest. "Während der Markt um 12 bis 14 Prozent eingebrochen ist, konnten wir so das Minus auf 6,5 Prozent verringern", so Lévy.

Für das laufende Jahr sieht Publicis keine Veranlassung für Schwarzmalerei. So hält der im Sommer 2009 eingesetzte Aufschwung laut Publicis weiterhin an - mit der Einschränkung, dass die Erholung in den gesättigten Märkten langsamer vonstatten geht als in den weniger entwickelten Wachstumsmärkten. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung der Agentur bis Mitte des Jahres noch verstärken. mas
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