Publicis greift nach Pixelpark

Freitag, 27. Januar 2012
Publicis-Chef Maurice Lévy will ...
Publicis-Chef Maurice Lévy will ...

Neuer Anlauf: Rund vier Jahre nach dem letzten Versuch greift die Publicis-Holding erneut nach der deutschen Digitalagenturgruppe Pixelpark. Der französische Werbekonzern hat den Pixelpark-Aktionären ein öffentliches Kaufangebot für 1,70 Euro pro Aktie unterbreitet. Das liegt 15 Cent über dem Schlusskurs von Donnerstagabend und rund 28 Prozent über dem geschätzten Durchschnittskurs des Papiers während der letzten drei Monate. Bislang hat die Publicis-Holding Zugriff auf 56,51 Prozent der Anteile. Das öffentliche Übernahmeangebot wird voraussichtlich unter anderem dadurch bedingt sein, dass Publicis mindestens 75 Prozent der Aktien von Pixelpark erwirbt. Außerdem muss das Bundeskartellamt dem Deal zustimmen. Das Kaufangebot wird über die deutsche Publicis-Tochter MMS Germany Holdings abgewickelt, unter deren Dach die französische Gruppe ihre Geschäfte hierzulande bündelt. Zu Publicis gehören neben der gleichnamigen Stammmarke Agenturen wie Saatchi & Saatchi, Leo Burnett und die Vivaki-Gruppe mit den Mediaagenturen Zenithmedia, Optimedia, Starcom sowie der Digitalagentur Razorfish.

Nach der geplanten Übernahme soll Pixelpark Teil des Agenturnetzwerks Publicis Worldwide werden, allerdings unter eigenem Namen am Markt tätig bleiben. An der Spitze von Pixelpark steht CEO/CFO Horst Wagner. Er führt die Geschäfte zusammen mit Operativchef Dirk Kedrowitsch. Vorstand und Aufsichtsrat der Digitalagentur, die zwischenzeitlich mit massiven Finanzierungsproblemen zu kämpfen hatte, zuletzt aber wieder in stabileres Fahrwasser gekommen ist, unterstützen das Kaufangebot von Publicis. "Das Angebot entspricht einem fairen Preis. Die Kombination von Pixelparkt mit der globalen Reichweite von Publicis und ihrer strategischen Ausrichtung auf digitale Angebote bietet uns überzeugende Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland", sagt Pixelparkt-Chef Wagner. Die Angebotsperiode wird voraussichtlich Mitte Februar beginnen.

... Pixelpark mit CEO Horst Wagner kaufen
... Pixelpark mit CEO Horst Wagner kaufen
Die jetzt geplante Übernahme ist nicht der erste Versuch von Publicis und Pixelpark, zusammenzukommen. Bereits Anfang 2008 hat es entsprechende Gespräche gegeben. Damals wollte Pixelpark seine Kommunikationssparte an Publicis verkaufen. Der Deal kam allerdings nicht zustande. Wenig später startete Publicis auch in Deutschland seine eigene Digitalagenturmarke Publicis Modem. Wie die Einbindung und Zusammenarbeit von Pixelpark mit der von CEO Steven Althaus geführten deutschen Publicis-Gruppe aussehen soll, ist bislang nicht bekannt. Sollte der jetzige Kauf wie geplant über die Bühne gehen, verstärkt Publicis doch noch sein Engagement in Deutschland. Voriges Jahr hatte Konzernchef Maurice Lévy versucht, die Scholz & Friends-Holding Commarco zu kaufen, dabei jededoch gegen WPP den Kürzeren gezogen.

Pixelpark erzielte 2010 einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro und beschäftigte etwa 370 Mitarbeiter. Zum Verbund gehören die drei Marken Pixelpark Agentur, Elephant Seven und Yellow Tomato. Die Gruppe ist unter anderem in Berlin, Hamburg, Köln und Barcelona vertreten. Auf der Kundenliste stehen Unternehmen wie Allianz, Deutsche Post, Lufthansa und Coca-Cola sowie zwei Bundesministerien (Finanzen und Wirtschaft). mam    
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