Publicis büßt 13 Prozent des Nettogewinns ein

Donnerstag, 23. Juli 2009
Konzernchef Maurice Lévy zeigt sich zufrieden - zumindest offiziell
Konzernchef Maurice Lévy zeigt sich zufrieden - zumindest offiziell

Die französische Publicis-Holding bekommt die Wirtschafts- und Finanzkrise zu spüren. Die Muttergesellschaft von Agenturnetzwerken wie Publicis Worldwide, Saatchi & Saatchi, Leo Burnett und Zenith Optimedia hat im 1. Halbjahr 2009 13 Prozent ihres Nettogewinns eingebüßt. Der entsprechende Wert fiel auf 167 Millionen Euro. Gleichzeitig konnte der Umsatz mit 2,2 Milliarden Euro nahezu stabil gehalten werden (minus 0,8 Prozent). Die Umsatzrendite sank auf 13 Prozent. In den vergangenen Jahren hatte Konzernchef Maurice Lévy mehrfach erklärt, dass er für die Gruppe eine Rate von 17 Prozent anstrebt. Dennoch zeigt sich Lévy zufrieden mit dem jetzigen Ergebnis: "In einer Zeit schrumpfender Umsätze sind die 13 Prozent, die wir durch strikte Kostenkontrolle erreicht haben, noch ein ziemlich gutes Ergebnis", lässt sich der Holdingchef in der Bilanzmeldung zitieren.

Beim organischen Wachstum hat die Publicis-Gruppe im 1. Halbjahr 6,6 Prozent verloren. Rechnet man die Auswirkungen der Insolvenz des Großkunden General Motors heraus, verringert sich dieser Wert auf 5,4 Prozent. Eine Prognose für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres gibt Lévy nicht ab. "In der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist das eine höchst unsichere Übung", so der Manager. Dennoch glaubt er, dass alle kurzfristigen Ziele erreicht werden können.

Möglicherweise wird sich der französische Werbekonzern noch in diesem Jahr durch Zukäufe stärken. Publicis gilt als einer der Kandidaten für die Microsoft-Tochter Razorfish. In einem Interview mit Bloomberg beschreibt Lévy die Online-Agentur als "gute Firma, die man gerne hätte". Erst Ende 2006 hatte Publicis den Online-Dienstleister Digitas für mehr als eine Milliarde Dollar gekauft. mam  
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