Publicis-Chef Olivier Fleurot: "Wir suchen keinen Externen"

Donnerstag, 07. Februar 2008
Bevorzugt interne Lösung: Olivier Fleurot
Bevorzugt interne Lösung: Olivier Fleurot

Das Publicis-Netzwerk sucht nicht nach einem externen Nachfolger für Manfred Schüller als CEO der deutschen Gruppe. Das erklärt Übergangs-Chef Olivier Fleurot im Interview mit HORIZONT. Stattdessen wolle man sich in den eigenen Reihen nach einem geeigneten Kandidaten umsehen. Gleichzeitig unterstreicht der Executive Chairman des Networks, dass Publicis in Deutschland auch im vergangenen Jahr profitabel gearbeitet habe und es keine Krise gebe. Weiter vorangetrieben werden soll die Digitalisierungsstrategie. HORIZONT: Für wie groß halten Sie den Imageschaden, der durch die Trennung von Manfred Schüller entstanden ist?
Olivier Fleurot: Wir nehmen diese Frage sehr ernst. Aber in einem Network mit mehr als 10.000 Mitarbeitern kommt es immer wieder Personalveränderungen - auch auf Führungsebene. Ich sehe also nicht, warum unser Image beschädigt sein sollte.

Weil Publicis dadurch den Ruf zu bestätigen scheint, ein zentralistisch geführtes Netzwerk mit wenig Spielraum für das lokale Management zu sein.
Fleurot: Ich kenne diesen Ruf nicht. Im Gegenteil: Es gibt sogar viele Leute, die Publicis für ein sehr dezentrales Network halten. Wir einigen uns mit den Verantwortlichen in den einzelnen Märkten auf bestimmte Budgets und lassen ihnen dann alle Freiräume, die sie brauchen.

Hat das deutsche Management die vereinbarten Ziele möglicherweise verfehlt?
Fleurot: Wie Sie wissen, veröffentlichen wir Umsatz und Ergebnis nur als Gruppe. Wir reden nie über Zahlen eines einzelnen Marktes. Ich kann Ihnen allerdings sagen: Publicis Deutschland ist profitabel und es gibt hier keine Krise.

Olivier Fleurot: Publicis Deutschland ist profitabel und es gibt hier keine Krise “
Was war dann der genaue Grund für die Trennung von Manfred Schüller?
Fleurot: Es gibt keinen einzelnen Grund. Lassen Sie es mich so sagen: Wir konnten uns nicht darauf einigen, wie wir unsere deutsche Operation auf die nächste Entwicklungsstufe führen. Zu Details möchte ich mich nicht äußern.

In der Pressemitteilung war von unterschiedlichen Visionen für Publicis Deuschland die Rede. Wie sieht Ihre aus?
Fleurot: Deutschland muss einer der Top-4- oder Top-5-Märkte für uns sein. Es ist ein sehr wichtiger Markt, in dem sich unser Geschäft dramatisch verändert. Wir nennen das die digitale Herausforderung. Für uns geht es darum, auf diese Herausforderungen richtig zu reagieren.

Was heißt das konkret?
Fleurot: Zum Beispiel, dass wir unser digitales Angebot noch weiter ausbauen müssen.

Und das hat Manfred Schüller anders gesehen?
Fleurot: Nein. Es gab unterschiedliche Auffassungen darüber, in welchem Tempo man auf die Veränderungen reagieren muss.

Es heißt, Sie hätten bereits erste Kandidaten für den CEO-Posten in Deutschland angesprochen.
Fleurot: Vorerst bin ich der amtierende CEO, aber eben nur vorübergehend. Eines Tages wird jemand anders diese Position übernehmen. Ich kann hier ganz deutlich sagen: Wir sind nicht auf der Suche nach einem externen Kandidaten. Ich glaube an Teamwork und daran, dass es besser ist, Führungskräfte innerhalb der eigenen Organisation aufzubauen.

Klingt danach, als könnte Operativchef Peter Wendt demnächst inthronisiert werden.
Fleurot: Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Klar ist dagegen, dass wir derzeit nicht mir Personalberatern über die Besetzung der CEO-Position sprechen. Unser Netzwerk ist groß und hat viele Talente. Daher ist es verfrüht, über die eine oder andere Person zu spekulieren.

Das vollständige Interview lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 6/2008 vom 7. Februar.

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