Public Affairs-Kodex sorgt für Zündstoff bei den Verbänden

Mittwoch, 31. Juli 2002

Michael T. Schröder, Chairman des internationalen PR-Agenturverbandes IPRA in Deutschland, hat einen Entwurf für einen Code of Conduct vorgelegt, der für die gesamte deutsche PR-Branche gelten könnte. In einem offenen Brief an Rupert Ahrens, Präsident der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) und Jürgen Pitzer, Präsident der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) appelliert er an beide Verbände, sich mit der IPRA auf einen gemeinsamen Code of Conduct zu einigen.

Im Zuge der Affäre um den Frankfurter PR-Unternehmer Moritz Hunzinger hatte die DPRG bereits die Gründung einer Kommission angekündigt, die Verhaltensregeln für den Bereich Public Affairs erarbeiten soll. DPRG-Präsident Jürgen Pitzer begrüßt den Vorstoß Schröders: "Das zeigt, dass nicht nur wir der Meinung sind, dass wir uns mit dem Thema befassen sollten. Wir sind offen für alle Vorschläge." Ende der Woche will die DPRG die Mitglieder der Kommission bekanntgeben. Pitzer betonte, dass auch Vertreter von GPRA und IPRA eingeladen seien.

GPRA-Chef Rupert Ahrens hat allerdings bereits Widerspruch angemeldet. Zwar könne man über einen Code of Conduct durchaus reden, doch dies dürfe nicht in Zusammenhang mit der Affäre um Hunziger geschehen. Sonst stelle man Hunzinger in eine Reihe mit allen anderen PR-Agenturen, der betreibe jedoch im Grunde kein wirkliches PR-Geschäft. Ahrens beklagt zudem, die Debatte über einen Code of Conduct erwecke "den Eindruck, dass die Hunzinger-Affäre Handlungsbedarf für die gesamte Branche impliziert." Die Branche verfüge jedoch beispielsweise mit dem Deutschen Rat für Public Relations über eine ausreichende Selbstkontrolle.
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