Promo & Activation: Erster Gold-Löwe geht an Jung von Matt

Montag, 21. Juni 2010
Der interaktive Kinofilm "Last Call" für 13th Street gewinnt Gold in Cannes
Der interaktive Kinofilm "Last Call" für 13th Street gewinnt Gold in Cannes

Die diesjährigen Cannes Lions starten verheißungsvoll: Bei den Promo & Activation Lions, wo die deutschen Agenturen voriges Jahr nur einen bronzenen Löwen holten, reichte es dieses Jahr für drei Trophäen, darunter Gold für den interaktiven Kinowerbefilm „Last Call“ für 13th Street von Jung von Matt (Produktion: Film Deluxe, Berlin). Außerdem prämiert: DDB Berlin mit einer Arbeit für Bosch. Die Idee, mit überdimensionalen Steinzeit-Fleischbrocken für die Langlebigkeit der Bosch Kühlschränke zu werben, brachte dem Berliner Team gleich zweimal Silber in dieser Wettbewerbssparte ein. Das deutsche Jury-Mitglied Alexander Schill, Kreativchef von Serviceplan, kritisiert bei dieser Arbeit allerdings, dass sie zu sehr den Beigeschmack einer Goldidee hatte.

Die Gatorade-Kampagne von TBWA/Chiat/Day und Paragon gewinnt den Best-of-Show-Award
Die Gatorade-Kampagne von TBWA/Chiat/Day und Paragon gewinnt den Best-of-Show-Award
Grundsätzlich seien solche Zombie-Kreationen in diesem Jahr aber kein großes Thema für die Jury gewesen. Bei den meisten prämierten Kampagnen handele es sich um große Ideen, die dadurch überzeugt haben, dass sie den Verbraucher stark involviert haben, so Schill. Bestes Beispiel dafür ist der Grand-Prix-Gewinner, der in diesem Jahr aus den USA kommt. TBWA/Chiat/Day in Los Angeles und die Paragon Marketing Group teilen sich den Best-of-Show-Award für die Kampagne „Replay“ im Auftrag von Gatorade. Bei dieser Kampagne für die Energydrink-Marke wurden zwei einst rivalisierende Highschool-Footballteams nach 15 Jahren noch einmal zusammengetrommelt und für ein erneutes Match fit gemacht. Die Aktion fand ein riesiges mediales Echo, begeisterte die Menschen in Social Networks und wurde obendrein über zahlreiche Medienkanäle gespielt. „Den Deutschen fehlt das Denken in solchen Dimensionen noch“, stellt Schill fest. Nichtsdestotrotz habe auch der deutsche Beitrag „Last Call“ von Jung von Matt verdient Gold geholt. „Die Arbeit ist technisch faszinierend und sprengt die Grenzen dessen, was es im Bereich Kinowerbung bis dato gegeben hat.“

Die Jury zeigte sich generell zufrieden mit dem Niveau der Einsendungen. Es habe aber sehr viele Diskussionen darüber gegeben, was tatsächlich eine Promotion ist und was nicht. „Das macht die Kategorie aber auch so spannend“, sagt Schill. „Denn eine Promotion kann überall stattfinden. Sie ist nicht auf ein Medium beschränkt. Deshalb konnte sich die Jury bei der Beurteilung der Arbeiten voll und ganz auf die Idee konzentrieren.

Insgesamt hat das Gremium unter Vorsitz von Tina Manikas, President Global Retail und Promotions Officer von Draft FCB 55 Löwen verteilt, darunter einen Grand Prix, achtmal Gold, 20-mal Silber und 26-mal Bronze. Das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings wurden in dieser Kategorie auch fast 43 Prozent mehr Arbeiten eingesandt. Erfolgreichste Nation sind die USA, die neben dem Grand Prix zwei goldene, vier silberne und einen bronzenen Löwen verbuchen können. bu
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