Press: Zwei silberne Löwen gehen nach Deutschland

Mittwoch, 19. Juni 2013
DDB Tribal für Ikea Österreich und BBDO für die Westdeutsche Lotterie holen Löwen für Deutschland
DDB Tribal für Ikea Österreich und BBDO für die Westdeutsche Lotterie holen Löwen für Deutschland


Zwei silberne Löwen mehr war in der Press-Kategorie für die deutschen Agenturen nicht drin. Die beiden Trophäen gehen auf das Konto von DDB Tribal und BBDO Deutschland, die mit Kampagnen für Ikea Österreich bzw. die Westdeutsche Lotterie überzeugen konnten. Bei der Vergabe des Grand Prix setzte die Jury um Chairman Marcello Serpa (AlmapBBDO) ein starkes Signal und zeichnete eine Kampagne für Apples iPad aus. Sicher hatten sich die Deutschen mehr erhofft als zweimal Silber. Für Jury-Mitglied Dörte Spengler-Ahrens (Jung von Matt/Fleet) ist das Ergebnis aber kein Grund zum Trübsal blasen: "Man kann nicht sagen, dass Deutschland in diesem Jahr schlechter war als sonst. Die eingereichten Arbeiten waren alle hervorragend. Allerdings war auch die Konkurrenz sehr stark, wir haben viele wirklich exzellente Kampagnen gesehen." Außerdem sei Print immer noch eine Königsdisziplin. "So gesehen halte ich zwei Silber-Löwen für ein sehr gutes Ergebnis." Zwei deutsche Löwen in der Kategorie Press hatte es zuletzt 2007 gegeben. Im Vorjahr war die Ausbeute mit fünf Löwen üppiger, zudem war eine goldene Trophäe für Lukas Lindemann Rosinski darunter.

Puristisch und erfolgreich: Der Grand-Prox-Gewinner von TBWA Media Arts Lab (Bild: Cannes Lions)
Puristisch und erfolgreich: Der Grand-Prox-Gewinner von TBWA Media Arts Lab (Bild: Cannes Lions)
Der diesjährige Grand Prix hat geradezu beschwörenden Charakter: Die Auszeichnung geht an eine Kampagne des TBWA Media Arts Lab aus Los Angeles für das iPad mini. Die Motive zeigen nur jeweils das Cover eines gedruckten Mediums auf dem iPad-Screen. "Das hat schon etwas von Guerilla-Marketing", sagt Jurypräsident Serpa. "Die Anzeige zeigt einerseits den potenziellen Tod von Print, um gleichzeitig die Therapie vorzuschlagen." Die Kampagne weckt in dem hochdekorierten Kreativen sogar die Eifersucht: "Ein guter Gradmesser für die Qualität einer Arbeit ist, wie neidisch man auf sie wird. Auf diese Kampagne bin ich sehr neidisch", gibt der Brasilianer zu. Spengler-Ahrens pflichtet ihrem Jurychef bei: "Letztlich zeigt die Kampagne die beste Nutzung von Print. Pointierter konnte man den i-Pad Punkt nicht machen, deswegen ist die Arbeit ein verdienter Sieger." Die Entscheidungsfindung sei allerdings ein langer Prozess gewesen: "Es wurde sehr leidenschaftlich über den Grand Prix diskutiert."

Insgesamt zeigte sich die Jury in diesem Jahr relativ freigiebig: Bei leicht gesunkenen Einreichungen (- 5 Prozent) wurden 109 Löwen vergeben, im Vorjahr waren es 94. Das darf man wohl als zusätzliches Signal der Kreativen verstehen, dass Print entgegen einiger Diagnosen nicht tot ist. Die erfolgreichste Nation mit sagenhaften 25 Löwen ist Brasilien. ire
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