Premiere der PR-Beraterprüfungen nach PZOK

Donnerstag, 10. April 2008
Verbandsvertreter, Prüfer und Ausbilder freuten sich über die erste eigenständige PZOK-Prüfung
Verbandsvertreter, Prüfer und Ausbilder freuten sich über die erste eigenständige PZOK-Prüfung

Die Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK) hat die ersten eigenständigen PR-Beraterprüfungen durchgeführt. 25 Studierende der Deutschen Presseakademie (depak) in Berlin ließen sich von der PZOK auf Basis der bisherigen Prüfungsordnung der Deutschen Akademie für Public Relations (DAPR) prüfen. Sie sind die ersten, die den Titel "PR-Berater(in)/-Referentin (PZOK)" tragen werden. Er soll nach dem Willen der Organisatoren künftig den Standard in der deutschen Kommunikationswirtschaft setzen. Die nächsten Prüfungen stehen im Mai in Frankfurt, Gelsenkirchen und Heidelberg an.

Gesellschafter der neuen Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation sind die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG), der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) und die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA). Der einheitliche PR-Berufstitel mit dem Zusatz PZOK löst die beiden Abschlüsse mit der Anmerkung DAPR beziehungsweise DPRG ab, die in den vergangenen Jahren für Unübersichtlichkeit bei den PR-Berufsbezeichnungen gesorgt hatten. Im Zuge der Maßnahmen zur Vereinheitlichung hatte die GPRA ihre Anteile an der Deutschen Akademie für PR (DAPR) verkauft und diese Ende März ihr Prüfungsgeschäft eingestellt.

Mittelfristiges Ziel von Holger Sievert - seit Anfang des Jahres Geschäftsführer der PZOK - ist es, mindestens 80 Prozent des relevanten PR-Prüfungsmarktes abzudecken und damit eine Vereinheitlichung der PR-Bildungsabschlüsse zu erreichen. Insgesamt werden bis kommenden Herbst voraussichtlich etwa weitere 250 PR-Berater beziehungsweise PR-Referenten mit dem Zusatz PZOK in den Kommunikationsmarkt entlassen werden.

Voraussichtlich ab Herbst soll die eigene PZOK-Prüfungsordnung gelten, die zurzeit in den Gremien entwickelt wird. Die Prüfungskommission wird geleitet von Lothar Rolke, Professor für Wirtschaft und Unternehmenskommunikation an der Fachhochschule Mainz, und Jan Sass, geschäftsführender Partner von Lautenbach Sass in Frankfurt und Dozent für Kommunikations-Controlling an der Fachhochschule Gelsenkirchen, als Stellvertreter.

Während die PZOK mit etwa einem Dutzend Bildungsträger über eine Kooperation bei den Abschlussprüfungen im Gespräch ist, bahnt sich bereits wieder eine konträre Entwicklung auf dem PR-Ausbildungsmarkt an: Eberhard Knödler-Bunte, Präsident der privaten UMC Potsdam - University of Management and Commuication (FH) - hat eine Initiative zur Gründung einer Akademie für Kommunikationsmanagement (AKOMM) ergriffen. Dabei soll es sich nicht - wie der Name vermuten lassen könnte - um eine Ausbildungsinstitution handeln, sondern um eine "unabhängige, von den Bildungsträgern getragene Prüfungsinstitution für Kommunikations- und Medienberufe".

Eine Situation, die an vergangene Verhältnisse erinnert: Wiederum wetteifern zwei Parteien um die richtigen Abschlussqualifikationen für die PR-Branche - lediglich die Akronyme haben sich verändert: Statt DAPR gegen DPRG stehen nunmehr PZOK gegen AKOMM.
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