Pleon fusioniert mit Ketchum

Dienstag, 16. Juni 2009
Partner: Pleon-Chef Timo Sieg (l.) und Ketchum-CEO Raymond Kotcher
Partner: Pleon-Chef Timo Sieg (l.) und Ketchum-CEO Raymond Kotcher

Deutschlands größte PR-Agentur Pleon tut sich mit einer Schwester aus der Omnicom-Gruppe zusammen. Die BBDO-Tochter fusioniert mit der Netzwerkagentur Ketchum. Durch den Merger entsteht nach Agenturangaben eine der weltweit größten PR-Beratungen. Pleons Aktivitäten waren bislang auf Europa beschränkt. Für darüber hinausgehende Aufgaben gab es eine Kooperation mit der Agentur Brodeur, die ebenfalls zu Omnicom gehört. Diese Partnerschaft endet nun. Die neue Einheit, die weltweit unter dem Namen Ketchum und in Europa als Ketchum Pleon auftritt, beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter und ist mit etwas mehr als 100 Büros in 66 Ländern vertreten. Zentraler Sitz des Unternehmens bleibt New York, neuer europäischer Hauptsitz wird Düsseldorf. Die fusionierte Agentur wird von Ketchum-CEO Raymond Kotcher geführt. Timo Sieg, bislang Europchef von Pleon, übernimmt den Posten CEO für Europa und wird zugleich Mitglied im weltweiten Board von Ketchum. Sieg berichtet an Kotcher.

"Unsere Kunden erwarten effektive und effiziente Lösungen in den einzelnen Märkten, aber immer öfter brauchen sie weltweit integrierte Lösungen", begründet Kotcher den Schritt. Und Sieg ergänzt: "Durch den Zusammenschluss öffnen wir unseren europäischen Klienten jetzt den Zugang zu einem weltweiten Netzwerk, das nun zu den besten der ganzen Branche gehört."

Ketchum ist als kreative PR-Agentur positioniert, ihr Schwerpunkt liegt in den Bereichen Marken- und Unternehmenskommunikation. Pleon soll in die Ehe seine unternehmerische Orientierung und seine strategische Beratungskompetenz einbringen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Verantwortlichen betonen, dass der Merger keine Reaktion auf die aktuelle Wirtschaftskrise sei. Vielmehr habe man die Gespräche schon vor über einem Jahr begonnen, um das jeweilige Angebot und die Marktposition zu stärken. So ist Pleon, trotz einer führenden Rolle in Europa, beispielsweise in London relativ schwach aufgestellt. Das Gleiche gilt für Ketchum in Deutschland. Hier ist die Agentur mit insgesamt rund 30 Mitarbeitern in München und Berlin vertreten. Die Büros gehen in den dortigen Pleon-Niederlassungen auf. Entlassungen soll es im Zuge des Mergers allerdings keine geben. Pleon hat im Zuge der schlechten Marktentwicklung seit Herbst 2008 rund 30 Arbeitsplätze gestrichen.

CEO von Ketchum Pleon Germany wird der bisherige Deutschland-Chef von Pleon Frank Behrendt. Die bisherige Chefin von Ketchum Germany Sabine Stadel-Strauch wird den fusionierten Münchner Standort zusammen mit der dortigen Pleon-Partnerin Sabine Hoch leiten. Der zweite bisherige Münchner Pleon-Manager Ralf Langen soll eine internationale Aufgabe im Geschäftsfeld "Change" übernehmen. Für Petra Sammer, bislang Managing & Creative Director Ketchum Germany, ist ein Posten als Creative Director bei Ketchum Pleon Germany vorgesehen. Das zusammengelegte Münchner Büro wird rund 100 Mitarbeiter beschäftigen.

Der europaweite Integrationsprozess der beiden Agenturen soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Er wird geleitet und überwacht von Jon Higgins, CEO International von Ketchum, und Joachim Klewes, Co-Gründer der Pleon-Vorgängeragentur Kohtes Klewes. mam
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