Pixelpark-Zahlen in der Kritik

Mittwoch, 30. Juli 2008

Eine Woche nach der Pixelpark-Hauptversammlung hat der ehemalige Analyst Alexander Braun einen Bericht vorgelegt, der die Geschäftsentwicklung des Berliner Internetdienstleisters stark kritisiert. So sei beispielsweise die Entwicklung im Segment Systemtechnologie "weitgehend undurchsichtig". Valide Aussagen über die organische Umsatzentwicklung ließen sich wegen der vielen Unternehmenszu- und -verkäufe "nur schwer" treffen. In der Kommunikationssparte habe das organische Wachstum unter Berücksichtigung der 2007 übernommenen Unternehmen X-Plain und Elephant Seven nur 9 Prozent betragen. Schließlich kamen die drei Interactive-Spezialisten 2006 zusammen auf 37,55 Millionen Euro, 2007 waren es mit 40,9 Millionen Euro lediglich 3,4 Millionen Euro mehr. Pixelpark blendete den Akquisitionseffekt aus und vermeldete Ende April einen Anstieg der Honorarumsätze um 64,4 Prozent. Überhaupt bemängelt Braun die fehlende Transparenz des Unternehmens. So habe der Vorstand bei der Frage nach den Synergien aus dem Einstieg bei der insolvenzgefährdeten Emprise AG lediglich auf den Geschäftsbericht verwiesen, ohne dabei Angaben über Höhe, Art und Zeitplan zu machen.

Besonders fatal ist Brauns Ansicht nach die Rückkehr zu dürren Zwischenmitteilungen, die keinen Aufschluss über das Betriebsergebnis machen. "Damit werden die Hoffnungen auf eine transparente Darstellung im Keim erstickt", schreibt Braun auf dem Finanzportal Equity-Analyst.de und verweist dabei auf den Pixelpark-Bericht zum 3. Quartal 2007, in dem der Vorstand ankündigte, die "größtmögliche Transparenz in Bezug auf die Geschäftsentwicklung zu ermöglichen".

Alexander Braun hatte die Geschäftsentwicklung von Pixelpark in seiner Zeit als Analyst des Unternehmens SES Research intensiv verfolgt. Er arbeitet jetzt als Finanzjournalist in Hamburg. brö



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