Pitchberater uneins über GWA-Vorstoß

Donnerstag, 24. März 2011
Eher aufgeschlossen: Norbert Lindhof
Eher aufgeschlossen: Norbert Lindhof

Die Pitchberater in Deutschland reagieren unterschiedlich auf die Ergebnisse einer Umfrage unter GWA-Mitgliedern über die Wahrnehmung ihrer Zunft. Wie zu erwarten, hatten sich die vom Verband befragten Agenturchefs überwiegend kritisch über die Begleiter von Auswahlverfahren geäußert. Von ihrer Interessenvertretung hatten sie zudem mehrheitlich verlangt, einen Code of Conduct für Pitchberater zu formulieren. Speziell dieses Ansinnen stößt auf unterschiedliche Resonanz. Norbert Lindhof, der seit kurzem mit der Pitchberatung Aller Best im Markt ist, freut sich darüber, dass der GWA sich mit dem Thema beschäftigt. "Wir sind gerne bereit, an der Formulierung eines Code of Conduct mitzuarbeiten", so der frühere Agenturchef. Auch Ernst ten Hövel, der zuletzt den Opel-Pitch begleitet hat, würde entsprechende Regeln begrüßen. Seine Arbeitsweise werde von nahezu allen Agenturen anerkannt. John Sealey, der als Repräsentant der Firma The Observatory Auswahlverfahren begleitet, hat ebenfalls nichts gegen einen Dialog. Allerdings äußert er Zweifel, dass sich an der Unzufriedenheit vieler Agenturen mit Pitches durch eine Regulierung der Berater etwas ändern würde. "Man macht uns zu Sündenböcken für Dinge, die einen generell an Pitches stören."

Eher reserviert: Oliver Klein
Eher reserviert: Oliver Klein
Eher kritisch äußert sich dagegen Oliver Klein, Inhaber der größten deutschen Pitchberatungsfirma Cherrypicker. Einen vom GWA initiierten Code of Conduct lehnt Klein ab. "Ich finde es nicht passend, wenn ein Verband für einen branchenfremden Akteur Verhaltensregeln fordert." Er sehe "keinen Grund, einen Code of Conduct mit Firmen einzugehen, mit denen wir keine Geschäftsbeziehungen haben". In diesem Zusammenhang weist Klein darauf hin, dass er ausschließlich für Werbungtreibende tätig ist. mam
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