Philipp und Keuntje: „Carlsberg ist für uns keine Geldquelle“

Donnerstag, 21. März 2013
Andreas Müller-Horn, Holger Liekefett, Wolfgang Block (v.l.)
Andreas Müller-Horn, Holger Liekefett, Wolfgang Block (v.l.)

Seit 14 Jahren betreut Philipp und Keuntje den Kunden Carlsberg. Im HORIZONT-Interview verraten Carlsberg-Marketingchef Holger Liekefett sowie für Philipp und Keuntje (PuK) Geschäftsführer Wolfgang Block und Unitleiter Andreas Müller-Horn, wie oft die gute Beziehung schon auf der Kippe stand und warum Spaß manchmal wichtiger ist als Geld. Wie oft stand Ihre Agentur-Kunden-Beziehung schon ernsthaft vor dem Aus?

Liekefett: Richtig ernsthaft nur im letzten Jahr, als Carlsberg weltweit einen Agency-Roster eingeführt hat, auf dem Philipp und Keuntje nicht steht. Nach einer ersten Schrecksekunde und einer etwas längeren Telefonkonferenz mit dem internationalen Board war die Sache aber geklärt. Darüber hinaus gab es aus meiner Sicht nie einen Moment, in dem unsere Zusammenarbeit wirklich ernsthaft gefährdet gewesen wäre. Außerdem stellt sich ja nicht nur die aussagekräftige Frage, warum Carlsberg so lange mit Philipp und Keuntje zusammen arbeitet, sondern auch, warum die Agentur so lange bei uns bleibt.

Sie kokettieren?

Liekefett: Überhaupt nicht. Der Erfolg der Astrakampagne hat Philipp und Keuntje auch in der Bierbranche ziemlich begehrt gemacht, und wir sind bekanntlich bei weitem nicht die mit den dicksten Budgets.

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Das komplette Interview erscheint in der Horizont-Printausgabe am 21. März. Dort sprechen Holger Liekefett, Wolfgang Block und Andreas Müller-Horn zudem unter anderem über die Tücken der Einführung flexibler Honorarmodelle.
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Sie haben Angst, dass Ihnen die Agentur von der Fahne geht?


Liekefett: Wir müssen da schon aufpassen.

Block: 2012 war das Thema in der Tat mal sehr konkret. Aber wir haben das schnell geklärt, weil Bedingung des neuen Kunden gewesen wäre, die Verbindung zu Carlsberg zu beenden. Und das wollten wir nicht.

Und gleich erzählen Sie noch, dass Sie aus purer Lust an der Marke bereit sind, draufzuzahlen?

Müller-Horn: Wenn man alles zusammenzählt, also auch die Awards und den Spaß an der Arbeit, rechnet sich der Kunde auf jeden Fall.

Sie müssen den Spaßfaktor miteinrechnen, damit sich Astra für die Agentur lohnt?

Liekefett (lacht): Ja. Ganz klar.

Müller-Horn: Nehmen wir als Beispiel einen ganz normalen Bierdeckel. Als Standardlösung würde man da einfach das Logo drauf drucken. Für Astra aber beschäftigen wir uns mit so einem Thema fünf Stunden lang und drehen dann noch eine und noch eine Runde. Diese Art zu arbeiten und kreativ immer auf dem höchsten Level zu sein, kann sich monetär letztlich gar nicht rechnen. Das ist systemimmanent. Carlsberg ist für uns keine Geldquelle, sondern eine Spaßquelle und eine Reputationsquelle.

Block: Dennoch ist es aber auch nicht so, dass Carlsberg bei uns in allen Deckungsbeiträgen auf rot läuft. Wir buttern nicht zu. as
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