One Club geht gegen Award-Kreationen vor

Montag, 07. September 2009
One Club President Kevin Swanepoel geht gegen Fakes vor
One Club President Kevin Swanepoel geht gegen Fakes vor

Der One Club in New York reagiert auf eine Debatte, die in der vergangenen Woche eine Kreation von DDB in Sao Paulo auslöste. Die Agentur hatte zugegeben, dass es sich bei einer in Cannes eingereichten Anzeige und einem dazu passenden Film mit dem Absender WWF um Award-Kreationen handelt. Während die Arbeit in der Kategorie Press einmal geschaltet worden sei, ist die Video-Version offenbar lediglich entstanden, um in Cannes zu punkten. Die Rechnung ging zwar nicht auf - beide Einreichungen schafften es an der Croisette nicht einmal in die zweite Runde. Bei der One Show in New York hatte es die Anzeige jedoch zu einer Auszeichnung gebracht. Nach den Geständnissen und Entschuldigungen von DDB Brasilien wurde diese jetzt widerrufen.

Der One Club zieht noch weitere Konsequenzen: Künftig werden Agenturen und Agenturniederlassungen, die Kreationen für fiktive Kunden oder ohne Kundenauftrag einschicken, für fünf Jahre gesperrt. Darüber hinaus wird allen in den Credits aufgeführten Beteiligten die Teilnahme am Wettbewerb untersagt, ebenfalls für fünf Jahre. Agenturen und Offices, die einmal in Nischenumfeldern geschaltete Arbeiten oder Goldideen, deren einmalige Schaltung sie selbst finanziert haben, einsenden, dürfen drei Jahre lang nicht am der One Show teilnehmen. Mit dem Aufruf zum Wettbewerb 2010 will der Club die neuen Regeln detailliert veröffentlichen.

"Für den DDB-Fall gibt es keine Entschuldigung", sagt ein One-Show-Juror, der nicht namentlich genannt werden will, gegenüber internationalen Medien. "Wenn die Agentur die Arbeit nur kreiert hat, um damit Awards zu gewinnen, sollte sie sich schämen." jf
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