Oliver Voss: Der Agenturchef liebäugelt mit einem Platz im Kreativranking

Donnerstag, 05. April 2012
Oliver Voss würde gerne einmal gegen Jung von Matt pitchen (Foto: Roman Raacke)
Oliver Voss würde gerne einmal gegen Jung von Matt pitchen (Foto: Roman Raacke)


Oliver Voss erzählt, was er mit seiner Agentur noch vorhat. Im Rahmen der HORIZONT-Serie "Deutschlands beste Kreative" spricht der Werbestar über seine Zeit bei Jung von Matt, seinen Schritt in die Selbstständigkeit und darüber, dass er es mag, sich zu messen - auch mit seinen Ex-Kollegen.
Bei Jung von Matt trumpfte Oliver Voss mit Mega-Kampagnen auf, darunter "Is it Love" für Mini, "Du bist Deutschland" für eine Medieninitiative unter der Führung von Bertelsmann und "3 ...2 ...1 ...meins" für Ebay. Voss ist ein Promi auch über Branchengrenzen hinweg. Vor drei Jahren verließ der damalige JvM-Vorstand seinen Arbeitgeber, ein Jahr später meldete er sich mit einer eigenen Agentur zurück: Oliver Voss mit Sitz in Hamburg und Kunden wie "Welt am Sonntag", Nike oder ganz neu Sixt und Odlo, für die er jeweils Projektarbeiten umsetzte.

Medien weltweit berichteten über Voss' "Die Badende"
Medien weltweit berichteten über Voss' "Die Badende"
Eine der auffälligsten Kreationen von Oliver Voss war bisher jedoch eine Installation in der Alster - Eigenwerbung für die Agentur. "Als neue Agentur muss man sich positionieren", so Voss. "Während die meisten Firmen irgendwas Tolles mit Internet machen, wollten wir eben eine sichtbare Aktion in unserer Heimatstadt Hamburg auf die Beine stellen." Natürlich sei es schwierig gewesen, die Idee bei der Stadt durchzubekommen, aber genau das habe man zeigen wollen: Man kann Ideen, die erstmal unmöglich erscheinen, umsetzen. Tatsächlich berichteten Medien weltweit über "Die Badende" und bezeichneten Oliver Voss als Künstler. "Ich selbst habe mich nie als Künstler bezeichnet", wehrt Voss ab. "Ich bin lieber Kreativer." Außerdem finde er, dass Werbung heute nicht mehr in Kategorien gedacht werden sollte. "Die Badende" sei ein gutes Beispiel und auch bei den Kreativwettbewerben vorn mit dabei.

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Das komplette Interview mit Oliver Voss lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 14/2012 vom 5. April.

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Apropos Kreativwettbewerbe: Vermisst Oliver Voss die große Bühne? Immerhin hat es bei Jung von Matt Medaillen geradezu geregnet. "Wir fühlen uns nicht übersehen", sagt der Kreative, und gibt zu, dass es ihm durchaus Spaß mache, sich zu messen. Einen Platz im Kreativranking schließt er nicht aus. Zwar könne man sich zwei Jahre nach Gründung nicht mit Agenturen messen, die zehn oder 20 Jahre dabei sind. Den Hinweis, dass es ja nicht Platz 1 sein müsse, entgegnet er aber so: "Dann schauen wir mal, wie es weitergeht. Momentan ist unsere Effizienz beim Einreichen gut."

Noch mehr Spaß, als sich im Kreativranking zu messen, würde Oliver Voss ein Pitch gegen seine alte Agentur Jung von Matt machen. "Momentan betreut Jung von Matt bei Axel Springer die rote Gruppe, zu der beispielsweise die "Bild Zeitung" gehört. Oliver Voss ist mit der Welt am Sonntag für die blaue Gruppe im Einsatz. Aber wer weiß, vielleicht können wir mal gegeneinander pitchen", hofft der Kreative. jf
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