Ogilvy und Franziskanerorden zeigen die Kunst des Überlebens

Freitag, 03. Mai 2013
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FRANZISKANER | "The Art of Survival" from Florian Meimberg on Vimeo.


Genau weiß niemand, wie viele Obdachlose in Deutschland leben - Schätzungen gehen von 250.000 bis zu einer halben Million Betroffenen aus. Und doch sind diese Menschen im Alltag nur wenig präsent, viele nehmen sie allerhöchstens Zeitschriften verteilend in der Fußgängerzone oder um ein paar Cent bittend vor großen Bahnhöfen wahr. Der Franziskanerorden und Ogilvy wollen das ändern: Gemeinsam haben sie die Kampagne "Überleben ist eine Kunst" gestaltet, die den täglichen Kampf der Menschen auf der Straße würdigen soll. Nun kommt die Kampagne auch ins TV und ins Kino. Helmut ist kein gewöhnlicher Mann: Er zieht mit einem schwer beladenen alten Einkaufswagen durch die Straßen, dreht sich aus dem Tabak weggeworfener Kippen eine neue Zigarette und versteckt seine wenigen kostbaren Habseligkeiten unter einem Busch in einem kleinen Kästchen. Sein Blick ist müde, seine Falten sprechen Bände - sicher hätte dieser Mann viel zu erzählen. Und nicht nur er, denn Menschen wie Helmut gibt es tausende, fast täglich kann man sie in der Stadt sehen.

"Und doch sehen wir sie nicht, sie sind uns unangenehm. Deshalb schauen wir am liebsten weg. Und genau da setzt unsere Idee an", sagt Tom Schwarz, Kreativgeschäftsführer von Ogilvy & Mather. "Mit der Aktion 'Überleben ist eine Kunst' bieten wir genau diesen Menschen eine Bühne und schaffen ein Bewusstsein dafür, wie der Kampf ums Überleben auf der Straße aussieht. Wir zeigen, wie kreativ man sein muss, um diesen Kampf täglich zu gewinnen."

In einem ersten Schritt haben Ogilvy und die Düsseldorfer Franziskaner, deren Orden sich auf der ganzen Welt um hilfsbedürftige Menschen kümmert, zur Düsseldorfer Nacht der Museen Ende April an stark frequentierten Plätzen Obdachlose platziert - eingefasst in schwere Goldrahmen. Diese Idee greift der nun entstandene Spot auf, indem er am Ende Hauptdarsteller Helmut ebenfalls in einem goldenen Rahmen zeigt. Kinobesucher bekommen Helmuts Geschichte in einem 90-Sekünder gezeigt, während im TV - unter anderem bei N-TV - eine Version von 45 Sekunden läuft (siehe Spot links). Verantwortliche Produktionsfirma ist Nasty Little Girl Films, für die Postproduktion zeichnet Pirates 'N Paradise verantwortlich.

Regie führte Florian Meimberg: "Die Arbeit für mich als Regisseur war ein Spagat, weil der Film eben nicht eine gescriptete Idealwelt inszeniert, sondern die Realität", sagt er. "Diesen dokumentarischen Ansatz mit einem hohen ästhetischen Anspruch umzusetzen, war eine spannende Herausforderung. Zumal der Obdachlose Helmut kein Schauspieler ist. Trotzdem hat er sich tapfer durch einen langen Drehtag geschlagen. Und dem Team außergewöhnliche Einblicke ermöglicht, in eine Welt weitab unseres oberflächlichen Werbealltags."

Des Weiteren war René Richter als Director of Photography an der Kampagne beteiligt. Die Musik komponierte Tinseltown Music Productions / Cesar F. Parker, das Sound Design besorgte Studio Funk Düsseldorf. Alle Beteiligten arbeiteten Pro Bono an dem Spot. Es wird jedoch zu Spenden für die Franziskaner aufgerufen: Auf der Website ueberleben-ist-eine-kunst.de bekommen Interessierte Möglichkeiten zum Spenden aufgezeigt. ire
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