Ogilvy eröffnet mit Ex-DDB-Kreativen Büro in Berlin

Donnerstag, 04. November 2010
Birgit van den Valentyn und Tim Stübane (2.v.r.) leiten Ogilvy & Mather in Berlin
Birgit van den Valentyn und Tim Stübane (2.v.r.) leiten Ogilvy & Mather in Berlin


Die Agentur Ogilvy startet Anfang Januar 2011 ein Büro in Berlin. Die neue Niederlassung wird von den beiden ehemaligen DDB-Kreativdirektoren Tim Stübane und Birgit van den Valentyn geleitet. Sie hatten ihren bisherigen Arbeitgeber im Zuge der internen Umbaumaßnahmen verlassen. Bislang ist Ogilvy in Frankfurt und Düsseldorf vertreten. "Wir freuen uns, mit Ogilvy einen Partner gefunden zu haben, der in Sachen kreativer Denke, Substanz und menschlichem Miteinander voll auf unserer Wellenlänge ist", sagt Stübane. Mit van den Valentyn arbeitet er seit vielen Jahren zusammen - vor DDB waren sie bereits als Team bei Scholz & Friends und Jung von Matt/Spree beschäftigt. "Wir werden ein in Berlin noch nicht vertretenes Angebot bieten und Anlaufpunkt für Top-Kreative sein", erläutert van den Valentyn.

Dieser Punkt dürfte eine wesentliche Rolle für die Eröffnung des Büros gespielt haben. Denn auch wenn es bei Ogilvy niemand laut sagen will - wohl um die Kreativen an den bestehenden Standorten nicht herabzusetzen - erhofft man sich von Berlin nicht zuletzt, attraktiv für Mitarbeiter zu werden, die man nicht für Düsseldorf oder Frankfurt begeistern kann. Getreu dem Sprichwort: "Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen."

In diesem Zusammenhang geht es auch darum, die kreative Performance der Agentur bei Wettbewerben weiter zu verbessern. Daraus macht selbst CEO Thomas Strerath kein Hehl: "Berlin wird nicht unser Geschäft in Düsseldorf und Frankfurt kannibalisieren, sondern uns helfen, Marktanteile zu gewinnen und unsere Top-Platzierung in den Kreativrankings zu stärken." Ogilvy gehört seit Jahren zu den Agenturen, die in den einschlägigen Rankings vorne mitspielen. In diesem Jahr konnte die WPP-Tochter bisher allerdings nicht so punkten wie erhofft. Stübane und van den Valentyn haben mit ihren Arbeiten bereits zahlreiche nationale wie internationale Preise gewonnen, darunter 16 Cannes-Löwen.

Die Hauptstadt-Filiale von Ogilvy soll ein vollwertiger Standort der deutschen Agenturgruppe mit allen Dienstleistungen von PR bis Technologie werden. Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg. Die neue Agentur startet mit fünf Mitarbeitern. An den beiden anderen Standorten der Gruppe beschäftigt Ogilvy jeweils mehr als 300 Mitarbeiter.

Zum Start wird das neue Büro den bestehenden Kunden Sport Scheck betreuen. Auch für die Bestandskunden Ikea, O2 und Deutsche Bahn soll das Team tätig werden. Die fünf Mitarbeiter sind alle Kreative, im Laufe des ersten Halbjahres 2011 sollen Kollegen aus anderen Bereichen hinzukommen. Die Beratungsleitung steht bereits fest. Es handelt sich um eine interne Lösung, die zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert werden soll.

Geplant ist darüber hinaus, Ogilvy Berlin als Hub für paneuropäische Aktivitäten zu nutzen. Hierbei spielt die seit einiger Zeit in Networks zu beobachtende Entwicklung eine Rolle, das Geschäft für international agierende Kunden an einigen wichtigen Standorten zu bündeln und nicht mehr in jedem Land eigene Büros zu unterhalten. CEO Strerath unterstreicht denn auch die Unterstützung, die er aus dem Europa-Board von Ogilvy für den Schritt erfahren hat.

Die Eröffnung eines Ablegers in Berlin ist dennoch ein deutlicher Kurswechsel. Streraths Vorgänger Lothar Leonhard hatte während seiner Amtszeit mehrfach betont, dass es sich aus seiner Sicht nicht lohnt, ein Büro in Berlin zu starten. mam  
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