Ogilvy-Chef Thomas Strerath: Marketer müssen wieder mehr für ihre Marke einstehen

Dienstag, 17. Januar 2012
Ogilvy-Chef Thomas Strerath auf dem Deutschen Medienkongress in Frankfurt
Ogilvy-Chef Thomas Strerath auf dem Deutschen Medienkongress in Frankfurt


Thomas Strerath, CEO der deutschen Ogilvy-Gruppe, ist immer für markige Statements gut. Auch beim "Agenturgipfel" auf dem Deutschen Medienkongress war das so. Er appellierte an die Werbungtreibenden, wieder mehr für ihre Marken einzustehen. "Wir brauchen eine klare Haltung der Unternehmen. Eine Marke ist mehr als das Logo oder verfilmte Marktforschung", so Strerath. Den Einwand, dass die Agenturen selbst den Glauben an die Kraft von Werbung verloren zu haben scheinen und sich mehr mit technologischen Details und kleinteiligen Zielgruppen beschäftigen, lässt er nicht gelten: „Wir haben nie gesagt, dass große Ideen tot sind. Aber: Die große Werbeidee wird in der Tat weniger wichtig. In den Vordergrund rücken die großen Markenideen.“
Nordpol-Chef Mathias Müller-Using
Nordpol-Chef Mathias Müller-Using
Unterstützung bekommt Strerath von Nordpol-Chef Mathias Müller-Using. Auch er betont, dass man mit einer einzelnen Werbekampagne nicht mehr das Bild einer Marke prägen oder gar verändern kann. „Die Zeiten, in denen das ging, sind vorbei“, so Müller-Using. Stattdessen gehe es darum, dass Marken eine spannende Geschichte zu erzählen haben und ein relevantes Thema besetzen. „Dieses Thema muss man dann immer wieder mit Content befüllen“, sagt der Agenturchef. In diesem Zusammenhang ruft Müller-Using dazu auf, „sich auf den Kern unserer Arbeit zu konzentrieren: bewegende und thematisch mit der Marke verzahnte Kampagnen zu machen“.

Für bedeutend halten die Werber dabei auch die Interaktion der Verbraucher mit einer Marke. Zwar räumt Strerath ein, dass die Lust der Konsumenten überschätzt werde, in einen direkten Dialog mit Marken und Unternehmen zu treten. „Das Mitmach-Web ist eine Schimäre“, sagt der Ogilvy-Manager. 99,9 Prozent der Internetnutzer würden sich passiv verhalten. Dennoch sei es wichtig, sich um die wenigen aktiven Nutzer zu kümmern, da diese inzwischen enorme Einflussmöglichkeiten über Meinungsbeiträge in Foren und Blogs gewonnen hätten. Wichtigstes Thema für ihn sei weiterhin, die intelligente Anwendung von Technologie an der Schnittstelle zu den Konsumenten voranzutreiben. mam
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