Ogilvy-Chef Strerath zur Zalando-Parodie: "Wir wollten keinen Ärger"

Mittwoch, 31. Oktober 2012
Thomas Strerath: "Keine Verarsche, sondern Respekt"
Thomas Strerath: "Keine Verarsche, sondern Respekt"

Anfang der Woche erregte Media-Markt mit einer Parodie auf die Zalando-Werbung die Gemüter. In einem von insgesamt 12 TV-Spots aus seiner gerade angelaufenen Weihnachtskampagne hatte der Ingolstädter Elektronikhändler den aus zahlreichen Werbespots bekannten Zalando-Schrei nachgeahmt. Auch der Paketbote und ein Original-Zalando-Paket wurden von Media-Markt übernommen - und zwar ohne dass vorher bei Zalando nachgefragt wurde, wie Thomas Strerath, CEO der verantwortlichen Media-Markt-Agentur Ogilvy & Mather, gegenüber HORIZONT.NET verrät. Die Intention war aber keineswegs bösartig, versichert Strerath.


"Wir wollten keinen Ärger. Der TV-Spot ist auch nicht als Verarsche gemeint, ganz im Gegenteil. Wir bringen Zalando damit unseren Respekt entgegen", sagt Strerath. Das Commercial bietet aus Sicht des Ogilvy-Chefs ohnehin wenig Angriffsfläche: "Es gibt in dem Spot keinen direkten Vergleich, auch die Darstellung von Zalando ist in keiner Weise negativ. Wir haben Zalando genau so präsentiert, wie es die Marke selbst auch tut", so Strerath weiter.

Bei Zalando geht man ebenfalls sehr sportlich mit dem Thema um. "Der neueste TV-Spot aus der Media-Markt-Reihe zeigt uns deutlich: unsere Werbung ist Kult!", sagt eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber HORIZONT.NET. Wenn einer der größten Werbekunden Deutschlands sich an der Zalando-Kernidee bediene zeige das, "wie erfolgreich und aufmerksamkeitsstark die Kampagne ist". Der „Schrei vor Glück" habe Zalando in kürzester Zeit zu einer Markenbekanntheit von 95 Prozent verholfen. "Insofern sind wir stolz auf unsere erfolgreichen Werbemaßnahmen, die offensichtlich der Kopie würdig sind", so die Sprecherin weiter.

Selbst für den Fall, dass Zalando keinen Spaß verstanden und Protest gegen die Nutzung des Zalando-Pakets eingelegt hätte, wären Media-Markt und Ogilvy gewappnet gewesen. Laut Strerath gab es auch eine Spot-Version mit einem Paket ohne Zalando-Logo. Die Anspielung hätten die TV-Zuschauer aber wohl auch so verstanden. mas
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