Ogilvy-CEO Thomas Strerath: „Konsumenten sind Katzen, keine Hunde“

Dienstag, 20. Oktober 2009
Strerath: Werbeindustrie muss umdenken
Strerath: Werbeindustrie muss umdenken

Mit seiner Attacke auf die Forderung der beiden DDB-Bosse Tonio Kröger und Amir Kassaei, Agenturen müssten „kreative Unternehmensberater" werden, sorgte Thomas Strerath noch vor seinem Amtsantritt als CEO bei Ogilvy im Mai für hitzige Debatten in der Agenturszene. Dass der Nachfolger von Lothar S. Leonhard auf dem Chefsessel des Frankfurter Networks jemand ist, der sich einmischen will und wird, stellt er in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche" unter Beweis.  
„Früher haben Werber den Kunden wie einen Hund behandelt",  so der streitlustige Agenturchef. Doch die Zeit der Konditionierung „bis zum Schmerz" sei vorbei. Man müsse den Konsumenten ein „attraktives Angebot machen, sich tiefer mit der Marke zu beschäftigen. Deshalb ist der Konsument von heute eben kein Hund mehr, sondern eher eine Katze."  Die Aussagen dürften nicht nur die seit Monaten immer wieder aufflammenden Debatten über die Zukunft der Agenturen neu entfachen. Auch den klassischen Marktforschern - TNS Emnid, Icon Added Value und Research International gehören wie Ogilvy zur WPP-Gruppe - dürfte nach der Lektüre des „Wiwo"-Interviews die Halsschlagader anschwellen.

Ein Trost: Die klassischen Medien haben laut Strerath auch künftig noch eine wichtige Rolle. Strerath: „Marken müssen auch in der Offline-Welt im Gespräch bleiben. Allerdings führt die Haltung, entweder neue oder alte Medien einzusetzen, in die Sackgasse. Die Frage ist: Wie und wofür setze ich Medien ein?" vs 
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