Obi hält Jung von Matt wohl die Treue - Neues Geschäftsmodell

Freitag, 19. Oktober 2012
Für Obi bleibt Jung von Matt offenbar die Nummer 1 (Foto: Obi.de)
Für Obi bleibt Jung von Matt offenbar die Nummer 1 (Foto: Obi.de)

Der Pitch bei der Baumarktkette Obi ist offenbar entschieden. Nach Informationen von HORIZONT.NET ist der alte Etathalter auch der neue. Demnach ist davon auszugehen, dass die Hamburger Agentur Jung von Matt weiterhin die Werbung für die Tengelmann-Tochter entwickelt. An dem Pitch waren zuletzt noch Wettbewerber wie Kolle Rebbe und die BBDO-Gruppe mit der Marke Interone beteiligt. Eine Bestätigung für die Vergabe gibt es bislang weder von Kunden- noch von Agenturseite. Jung von Matt ist seit Ende 2007 für Obi tätig und betreut den Etat heute mit seinem Ableger Brand Activation unter Leitung von Geschäftsführer Stefan Giest und Kreativchef Deneke von Weltzien. Die Agentur musste den Etat nicht zum ersten Mal verteidigen. Anfang 2010 ging bereits ein Pitch gegen Scholz & Friends über die Bühne, bei dem es zwischenzeitlich so aussah, als könnte der Etat verloren gehen. Letztlich gelang es Jung von Matt aber doch noch, das Mandat zu halten - offenbar nicht zuletzt wegen guter Beziehungen zu Obi-Chef Sergio Giroldi.

Dieser hat für das Unternehmen ein neues Geschäftsmodell vorgestellt. Im HORIZONT-Schwesterblatt "Lebensmittel Zeitung" kündigt der Manager die stärkere Verzahnung von stationärem und Online-Verkauf an. Das Konzept soll im Frühjahr 2013 europaweit in allen 13 Märkten ausgerollt werden, in denen das Unternehmen tätig ist. Den Anfang macht Deutschland. Dabei will Obi mittelfristig überall gleich auftreten.

"In allen Ländern streben wir einen Auftritt an, der mit dem in Deutschland weitgehend identisch ist: dieselbe Firmierung, dieselben Produkte, dieselbe Positionierung und dieselben Preise. Nur die Sprache wird sich unterscheiden", sagt Giroldi in der "LZ". In der gesamten Organisation, bei sämtlichen Abläufen und nicht zuletzt im Auftritt solle es ein Höchstmaß an Homogenität geben, so Giroldi weiter.

Aufgabe des Werbeagenturpartners wird es sein, diesen Prozess kommunikativ zu begleiten. Darüber hinaus dürfte zu dem Mandat gehören, an der einen oder anderen Stelle tiefer in die Multichannel-Strategie einzusteigen. Die engere Verzahnung von On- und Offline-Verkauf ist für Händler nicht immer unproblematisch. Die beiden Elektronikketten Media-Markt und Saturn haben Anfang dieses beziehungsweise Ende letzten Jahres ein solches Modell gestartet und seither nicht nur positive Erfahrungen damit gemacht.

Vor Kannibalisierungseffekten hat Obi-Chef Giroldi indes keine Angst. Ihm zufolge werden die großen Märkte keine Einbußen erleiden, kleinere Märkte durch die Online-Strategie sogar zulegen, weil sie nun ein breiteres Sortiment anbieten könnten. Mittelfristig will Obi mit dem Online-Geschäft 10 bis 15 Prozent des Gesamtumsatzes erzielen. mam    
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