Obdachlosen-Hilfe: Saatchi & Saatchi erobert mit "Days of Hope" ganz Europa

Mittwoch, 06. Februar 2013
Szene aus russischem Video
Szene aus russischem Video

Eine einfache, aber überaus clevere Kreatividee, ursprünglich für die Diakonie Frankfurt erdacht, findet zurzeit begeisterte Anhänger im gesamten europäischen Netzwerk von Saatchi & Saatchi. Entstanden ist das Konzept im Berliner Office unter Federführung von Executive Creative Director Oliver Kapusta. Unter dem Motto „Days of Hope“ soll die Bevölkerung auf die widrigen Lebensumstände von Obdachlosen aufmerksam gemacht werden, die es in den kalten Wintermonaten ganz besonders schwer haben. Um die Menschen für das Thema zu sensibilisieren und die Spendenbereitschaft zu erhöhen, wird an ausgewählten Tagen die Wettervorhersage im Fernsehen und Radio nicht wie gewohnt von Moderatoren, sondern von einem Obdachlosen präsentiert. Er kündigt live im Studio die eiskalten Temperaturen der nächsten Tage an und berichtet für die Folgen, die die Kälte für ihn hat. Kapusta betont, dass es hier keinesfalls darum gehe, die Obdachlosen vorzuführen. Im Fokus der Kommunikationsaktivitäten stehe die Aufklärung. So gibt es bei der deutschen Version der Kampagne beispielsweise einen begleitenden Dokumentarfilm, der Einblick in das Leben des hiesigen Protagonisten gibt.

Die Macher der Kampagne: Kathrin Schaller, Oliver Kapusta und Christopher Jones (v.l.)
Die Macher der Kampagne: Kathrin Schaller, Oliver Kapusta und Christopher Jones (v.l.)
Der deutsche Medienpartner der Kampagne steht noch nicht final fest. In einigen anderen Ländern haben jedoch bereits Ausstrahlungen stattgefunden. So wurde die Kampagne in Rumänien, Russland und Serbien bereits mit lokalen Fernsehstationen umgesetzt. Polen und die Schweiz werden den Auftritt in den nächsten Tagen realisieren. Belgien, Dänemark, Holland, Finnland und die Slowakei folgen in den kommenden Wochen.

Dabei arbeitet der einzelne Saatchi-Standort in den jeweiligen Ländern mit unterschiedlichen Wohltätigkeitsorganisationen zusammen, die jedoch alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: Sie kümmern sich um Obdachlose. Auch ist es Aufgabe der lokalen Saatchi & Saatchi-Niederlassungen, TV-Sender vor Ort zu akquirieren. In Deutschland soll „Days of Hope“ auf jeden Fall auch noch in diesem Monat umgesetzt werden. Mit einem Verweis auf die Website der Diakonie Frankfurt werden die Zuschauer zum Spenden angerufen. Die Homepage bietet zudem weitere Informationen sowie die erwähnte Dokumentation über den moderierenden Obdachlosen.

„Wir sind sehr stolz darauf, diese Idee in verschiedenen Ländern verwirklichen zu können“, sagt Kapusta. Ursprünglich sei die Kampagne ausschließlich als Radio-Spot für Deutschland gedacht gewesen. Nun könne man viel mehr Menschen auf die Probleme der Obdachlosen aufmerksam machen und sie dabei unterstützen, mit den Widrigkeiten des Lebens auf der Straße besser zurechtzukommen.

Abgesehen von zahlreichen Presseberichten in den jeweiligen Märkten, hat die Kampagne auch bereits ganz konkrete Erfolge erzielt: So erhielt beispielsweise einer der „Wettermoderatoren“ in Rumänien seine Taxi-Lizenz zurück und konnte wieder ins Berufsleben einsteigen. Kapusta hofft – neben zahlreichen Spenden – auf weitere solcher Erfolgsgeschichten. bu
Meist gelesen
stats