OMG-Sommermonitor: Mediaagenturen erklären Werbekrise für beendet

Donnerstag, 16. September 2004

Die Umsätze der Mediaagenturen steigen wieder. Für 2004 rechnen die 18 Mitglieder der Organisation der Mediaagenturen im GWA (OMG) mit einem Wachstum von 7,8 Prozent. Ebenso positiv fällt ihre Prognose anlässlich des aktuellen OMG-Sommermonitors über die Entwicklung der klassischen Werbemedien aus, deren Bruttoeinnahmen in diesem Jahr um 4,6 Prozent und 2005 um weitere 4,5 Prozent steigen sollen.

Für OMG-Sprecher Michael Bohn, dessen Verband rund 90 Prozent des deutschen Mediavolumens repräsentiert, ist damit "die Werbekrise vom Tisch". Überprüfen lassen sich die Angaben der Mediaagenturen freilich nicht, denn laut Bohn wird es weder 2004 noch 2005 ein Umsatzranking der deutschen Mediaagenturen geben. Jürgen Blomenkamp, CEO der Düsseldorfer Mediacom, geht aber davon aus, dass die Grey-Tochter dank der neuen Etats von der Deutschen Telekom, der Müller-Gruppe und Wrigley dieses Jahr "das stärkste Wachstum unter den Top-Agenturen" vorweisen kann. Die amerikanische Grey-Holding wurde diesen Montag von der britischen WPP übernommen.

Von den boomenden Branchen Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und Handel wird vor allem die TV-Werbung profitieren. Im Vergleich zu den anderen Medien wird sich der Tausend-Kontakt-Preis (TKP) aber laut OMG-Monitor überdurchschnittlich um 4,3 Prozent verteuern. Aleksander Ruzicka, CEO der Wiesbadener Aegis Media, geht davon aus, dass der "TV-Markt im Nettobereich nicht mehr wachsen wird, sodass die Vermarkter keine andere Möglichkeit haben, um Wachstum zu generieren". Klaus-Peter Schulz glaubt allerdings nicht, dass die "großen Werbungtreibenden höhere TV-Preise so einfach akzeptieren werden". Der CEO von OMD Germany, Hamburg/Düsseldorf, gibt zwar zu, dass der TKP im TV in den vergangenen Jahren netto günstiger wurde, "aber die Kunden denken über Alternativen nach", warnt Schulz die TV-Vermarkter.

"Unser Ziel ist in der Tat der Stopp der TKP-Deflation", kontert Peter Christmann, Geschäftsführer von Seven-One Media. Gleichwohl bezeichnet er die Preispolitik der Münchner Sender für 2005 mit Preiserhöhungen zwischen 2 und 5,7 Prozent als "durchaus zurückhaltend". Martin Krapf, Geschäftsführer IP Deutschland, Köln, betont: "Bei steigender Nachfrage und entsprechender Leistung ist es nur logisch, dass wir auch die Preise entsprechend anheben." Ob sich der TKP wie von der OMG vorhergesagt im nächsten Jahr um 4,3 Prozent erhöhen wird, kommt laut Krapf aber "einem Blick in die Glaskugel gleich". ejej

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