OMG-Monitor: Mediaexperten drosseln Erwartungen

Donnerstag, 18. September 2008
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Die in der Organisation der Mediaagenturen im GWA (OMG) vertretenen Dienstleister rechnen für sich in diesem Jahr nur noch mit einem Umsatzplus von 3 Prozent. Zu Jahresbeginn lagen die Wachtumserwartungen noch bei 4,2 Prozent. Auch ihre Prognosen für die diesjährigen Bruttowerbeaufwendungen korrigierten die 17 Verbandsmitglieder nach unten. Größter Verlierer ist ihrer Einschätzung nach das Zeitschriftensegment. Den Publikumstiteln sagen die Agenturen 2,2 Prozent weniger Werbeerlöse voraus, den Fachzeitschriften ein Minus von 2,6 Prozent. Das Segment Tageszeitungen liefert den OMG-Mitgliedern zufolge wiederum nicht das ursprüngliche erwartete Plus von 2,5 Prozent, bleibt mit 0,3 Prozent aber immerhin noch in den schwarzen Zahlen.

Mit Ausnahme des Hörfunks und der Kinowerbung sind alle Mediengattungen in den vergangenen acht Monaten unter den Erwartungen der Mediaexperten geblieben. Das gilt auch für die Werbeaufwendungen im Online-Bereich, der bis Jahresende wohl "nur" noch um rund 30 Prozent und nicht wie ursprünglich geschätzt um mehr als 40 Prozent zulegen wird. Ende des Jahres könnte sich aber herausstellen, dass selbst dieser korrigierte Wert zu hoch angesetzt ist, da sogar Online-Experten mittlerweile nur noch mit einem Umsatzplus von 20 bis 25 Prozent rechnen.

Trotz des angespannten Werbeklimas gehen die befragten OMG-Mitglieder davon aus, dass sich 2009 die Werbeplätze in allen Mediengattungen verteuern werden. Die größte Preissteigerung von plus 6 Prozent wird für das Internet erwartet. Darauf folgt die Fernsehwerbung mit einer Teuerungsrate von 3,3 Prozent.

Obwohl die konjunkturelle Situation schwierig ist und sich wohl auch im kommenden Jahr nicht entspannen wird, zieht das Gros der OMG-Mitgliedsagenturen noch keine personellen Konsequenzen. Ihre Planungsabteilung haben sogar 62 Prozent der Befragten aufgestockt und 31 Prozent haben mehr Mitarbeiter im Forschungs- und Servicebereich angestellt. Einzig die Einkaufsabteilungen wurden bei 46 Prozent der Agenturen verkleinert. ejej

Mehr zum Thema in HORIZONT 38/2008 vom 18. September.
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