Nur drei Cyber-Löwen für Deutschland / USA holen zwei Grands Prix

Mittwoch, 19. Juni 2013
BBDO holt mit dem Onlinespot "Surfer" (Kunde: True Fruits) Bronze
BBDO holt mit dem Onlinespot "Surfer" (Kunde: True Fruits) Bronze

Schwache Ausbeute für die deutschen Online-Kreativen. Bei den Cannes Lions gewinnen sie diesmal nur drei bronzene Löwen. Im vorigen Jahr waren es noch einmal Gold und sechsmal Bronze. Mit dem jetzigen Ergebnis fällt Deutschland in dieser Kategorie auch hinter die Ergebnisse der vergangenen acht Jahre zurück.
Der "Oreo Daily Twist" von Draft FCB holt einen Grand Prix
Der "Oreo Daily Twist" von Draft FCB holt einen Grand Prix
Trotzdem freuen können sich BBDO Germany und Serviceplan, die die drei Löwen mit nach Hause bringen. BBDO gewinnt zwei Auszeichnungen, eine für die bereits mehrfach prämierte Arbeit "Tree Concert" im Auftrag von BUND und eine für den Onlinespot "Surfer" (Kunde: True Fruits). Serviceplan kann mit der Arbeit "Troy Davis I am alive" punkten, die auch schon beim deutschen ADC prämiert wurde. Einmal mehr am besten abgeschnitten haben in der Cyber-Kategorie die USA. Sie holen insgesamt 24 Löwen, darunter gleich zwei Grands Prix.

Auch die Arbeit "The Beauty Inside" wurde mit einem Grand Prix belohnt
Auch die Arbeit "The Beauty Inside" wurde mit einem Grand Prix belohnt
Am meisten angetan war die Jury unter Vorsitz von R/GA-Chef Bob Greenberg von den Arbeiten "The Beauty Inside" von Perreira & O Dell in San Francisco für Intel und Toshiba (Produktion: B-Reel) sowie "Oreo Daily Twist" von Draft FCB für Mondelez International. Beide Arbeiten zeigen laut Jurychef Greenberg in idealer Weise die Verknüpfung von Internet, Mobile und Social Media. Zugleich lobt er die hohe Storytelling-Qualität, vor allem bei der Arbeit für Intel und Toshiba.

Diesen Punkt unterstreicht die deutsche Jurorin Elke Klinkhammer von der Agentur Razorfish: "Auch in der oft sehr technisch getriebenen Cyber-Kategorie geht es vor allem darum, tolle Geschichten zu erzählen. Das ist bei Beauty Inside auf eindrucksvolle Weise gelungen." Generell lasse sich feststellen, dass es bei den am besten bewerteten Arbeiten wieder mehr um die Ideen und weniger um die technische Umsetzung und Mechanik gehe, so Klinkhammer. Gleichzeitig spiele die handwerkliche Umsetzung eine enorm wichtige Rolle.

Die Cyber-Kategorie gilt als eine der kompliziertesten bei den Cannes Lions. Inzwischen weisen fast alle Arbeiten Online-Umsetzungen auf, die Abgrenzung und genaue Definition der einzelnen Unterkategorien ist nicht immer ganz leicht. Auf diese Komplexität weisen auch die Juroren hin. James Hilton, Kreativchef von AKQA, regt an, grundsätzlich über die Strategie für die Cyber Lions und das gesamte Festival nachzudenken. Im Vordergrund muss ihm zufolge stehen, was Werbung und Kommunikation heute ausmacht. "Es geht darum, mit unseren Produkten und Services das Leben der Menschen einfacher zu machen und nicht darum, sie mit Werbung zu nerven." Diese Aussage passt zum übergeordneten Trend dieses Festivals, Arbeiten und Kampagnen auszuzeichnen, die gesellschaftliche Relevanz für sich in Anspruch nehmen. mam
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