Nordpol startet Interpol und erteilt Absage an Kreativ-Awards

Donnerstag, 26. Februar 2009
Björn Rühmann, Mathias Müller-Using (hinten v.l.), Ingmar Bartels und Lars Rühmann (vorne v.l.)
Björn Rühmann, Mathias Müller-Using (hinten v.l.), Ingmar Bartels und Lars Rühmann (vorne v.l.)

Die Hamburger Werbeagentur Nordpol holt den Filmregisseur Björn Rühmann – Bruder von Co-Gründer Lars Rühmann – als Mitgesellschafter an Bord. Er soll als Partner die neue Firma Interpol in Berlin und Hamburg führen. Dieses "Kreativlabor" soll neue Formate abseits des Werbegeschäfts entwickeln und die Qualität der Nordpol-Kampagnen steigern. Zugleich hat die Agentur entschieden, 2009 keine Arbeiten bei Kreativwettbewerben einzureichen. Mit diesem Schritt will sie die Qualitätsdiskussion beleben. Für 2010 kündigt Nordpol-Co-Chef Mathias Müller-Using die Rückkehr zu Awards an. Geplant ist dabei auch die Teilnahme an Filmfestivals und anderen Wettbewerben, die nichts mit Werbung zu tun haben.

Ziel sei es, eigene Inhalte und Formate mit einem klaren Absender zu entwickeln - statt sie aus anderen Bereichen abzukupfern und für die Werbung zu instrumentalisieren, so die Verantwortlichen. In diesem Zusammenhang setzt Nordpol eine Spitze gegen mehrfach ausgezeichnete Arbeiten wie "Horst Schlämmer" und "Paul Potts" von DDB sowie "Cog" von Wieden & Kennedy. Diese seien Beispiele dafür, dass Agenturen kreative Inhalte nicht ausschließlich selbst erschaffen hätten.

Mit der Gründung von Interpol will sich die Agentur als "Schöpfer und Entwickler von Inhalten und Themenkomplexen" positionieren. Dieser Wandel steht laut Aussage von Müller-Using allen Kommunikationsdienstleistern bevor. Andere Marktteilnehmer - nicht zuletzt die von Nordpol kritisierte DDB - äußern sich seit einiger Zeit ähnlich. Als Vorbild für diese Art der Agenturausrichtung gilt vielen die US-Agentur Crispin Porter + Bogusky. ejej

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 9/2009 vom 26. Februar. 
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