Noch kein Pfändungsurteil gegen Ruzicka

Dienstag, 29. Mai 2007
Aleksander Ruzicka
Aleksander Ruzicka

Entgegen anders lautenden Behauptungen in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" erging noch kein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt (OLG) im Zivilverfahren gegen Aleksander Ruzicka. Der ehemalige CEO der Wiesbadener Mediaagenturgruppe Aegis Media sitzt seit Oktober wegen des Verdachts der schweren Untreue in Untersuchungshaft. Das Nachrichtenmagazin berichtet, dass laut einem Urteil des OLG nun die mutmaßlich geschädigte Agentur "als Schadensersatz das Vermögen der insgesamt 13 Beschuldigten in einer Höhe von bis zu 15 Millionen Euro pfänden darf". OLG-Sprecher Walter Weber bestreitet diese Behauptung, "denn bisher gibt es nur den alten Arrestbeschluss". Diesen Beschluss erließ das OLG Anfang Februar, der laut Weber "der vorläufigen Sicherung der Ansprüche der Geschädigten dient". In diesem Fall also von Aegis Media, die neben dem strafrechtlichen Verfahren gegen Ruzicka nur auf zivilrechtlicher Seite ihre Schadensersatzansprüche gegen die Verdächtigen durchsetzen kann. Sollte es zu einer Verurteilung von Ruzicka und seinen mutmaßlichen Mittätern kommen, kann Aegis die bisher von der Staatsanwaltschaft gesicherten Gelder einfordern.

Der Strafprozess gegen Ruzicka und die weiteren Beschuldigten wird aller Voraussicht nach aber nicht vor dem Spätsommer beginnen. Da Ruzicka seit sechs Monaten in Haft ist, war die Wiesbadener Staatsanwaltschaft gesetzlich dazu verpflichtet, die Akten dem OLG in Frankfurt vorzulegen. Laut OLG-Sprecher Weber laufe derzeit ein Haftüberprüfungstermin, der aber noch nicht entschieden sei. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass Ruzicka bis zum Prozess in Untersuchungshaft bleiben muss. ejej



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