Neue Sentimental Film steuert weiter auf ihr Ende zu

Montag, 09. Juli 2012
Ex-Chef Tom Gläser hatte die NSF nach dem Verkauf verlassen
Ex-Chef Tom Gläser hatte die NSF nach dem Verkauf verlassen

Neue Sentimantal Film hat schon wieder den Besitzer gewechselt. Die Produktionsfirma, die erst im März von ihrer Holding Mood and Motion an Wige Media verkauft worden war, ist erneut einem Investoren-Deal zum Opfer gefallen. Neuer Eigentümer ist Sascha Magsamen, Vorstand der PVM Private Values Media. Als Grund für den Verkauf gibt Wige an, dass die Entwicklung der Firma "nicht den ursprünglichen Planungen und Erwartungen bei der operativen Entwicklung und der Markenstärke NSF" entsprochen hätten. Beobachter hatten bereits bei Bekanntgabe der Übernahme im Frühjahr Zweifel am Erfolg von NSF unter dem neuen Dach gehabt. In einem Peoples Business wie der Werbefilmbranche werde es NSF ohne ihre bisherigen Geschäftsführer schwer haben, merkten die Zweifler an. Die Ex-NSF-Chefs Elinor de la Forge und Tom Gläser hatten der Firma mit Verkauf beziehungsweise wenige Monate danach den Rücken gekehrt und sind mittlerweile mit einer eigenen Produktion am Start. Auch die Geschäftsführerinnen der Hamburger NSF-Niederlassung Helga Waterkotte und Sabine Lippert sind nicht mehr bei NSF unter Vertrag.

Die Zukunft von NSF steht indes in den Sternen. Magsamen hatte im Herbst 2011 die ehemalige Schwester-Firma Telemaz von Mood and Motion übernommen, allerdings nicht, um sie weiter zu führen, sondern um ihre Insolvenz abzuwickeln. Telemaz-Gründer Jürgen Bertrams ist ebenfalls unter neuer Flagge unterwegs.

Wige Media gibt an, nach dem Verkauf von NSF weiter im Werbefilmbusiness aktiv bleiben zu wollen. Da man die Produktion von Werbefilmen weiterhin als wichtigen strategischen Schritt im Hinblick auf die Integration entlang der Wertschöpfungskette in der Bewegbildbranche beurteile, habe man beschlossen, das Geschäft der Werbefilmproduktion in die AG zu integrieren und ab sofort unter dem Label Wige Creation fortzuführen und auszubauen. Dem Unternehmen zufolge werden durch die Umstrukturierungen einmalige negative Effekte in Höhe eines mittleren sechststelligen Euro-Betrages erwartet. jf
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