Motorola persifliert "1984"-Spot von Apple

Dienstag, 08. Februar 2011
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Er ist einer der berühmtesten Werbespots von Apple: Mit "1984", den TBWA Chiat/Day extra für den Super Bowl kreiert hatte, führte Steve Jobs im gleichen Jahr seinen Macintosh ein. Beim diesjährigen Finale der Profi-Football Liga NFL konnten die rund 150 Millionen Zuschauer einen Spot von Motorola sehen, der stark an "1984" erinnert. Das Commercial "Empower the people", von Anomaly in New York ebenfalls eigens für den Super Bowl kreiert, wirbt für den neuen Motorola Tablet-PC Xoom. Die Stories der beiden Commercials ähneln sich sehr: In beiden erinnern monoton dahinströmende Menschenmassen an George Orwells Roman "1984". In diesem inszenierte der britische Schriftsteller den Schrecken eines totalitären Überwachungsstaates. Doch während Apple den damaligen Hauptkonkurrenten IBM als "Big Brother" stilisiert, nimmt Motorola seinen Erzfeind auf dem Handymarkt Apple ins Visier.

Jetzt ist Motorola der "Gute", der Individualist, und Apple das Unternehmen, dass mit seinen Produkten den Markt dominiert und die Nutzer gleichschaltet. So trägt die Masse weiße Anzüge (in Anlehnung an den meistverkauften weißen Apple-Laptop) und weiße iPod-Kopfhörer.

Im Gegensatz zum Originalspot ist es aber nicht eine junge Frau im Joggingdress und Apple-Shirt, die mit einem Hammerwurf die Videoleinwand und damit den Einfluss des totalitären Führers zerstört, sondern ein junger Mann. Dieser blättert auf dem Xoom im E-Book "1984" und befreit eine hübsche Frau von der Gleichschaltung, in dem er ihr digitale Blumen sendet. Der Spot endet mit dem Claim "The tablet to create a better world". Apple hatte beim Super Bowl am Wochenende übrigens keinen Werbeplatz belegt. jm
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