Mood & Motion: Filmproduktions-Holding vor tiefgreifenden Veränderungen

Mittwoch, 12. Oktober 2011
Unruhige Zeiten für Mood & Motion-Chefin Gabriela Kroll
Unruhige Zeiten für Mood & Motion-Chefin Gabriela Kroll

Die Gerüchteküche rund um Mood & Motion brodelt: Angeblich gibt es Verhandlungen zwischen der Finanzholding und deren Tochterfirma Telemaz über einen möglichen Rückkauf von Telemaz durch dessen Geschäftsführer Jürgen Bertrams. Das würde bedeuten, dass die Gruppe künftig nur noch mit der Marke Neue Sentimental Film auf dem deutschen Markt vertreten ist. Die Zweimarkenstrategie wäre demnach gescheitert. Die Vorstandsvorsitzende der Holding Gabriela Kroll dementiert diese Gerüchte. Sie räumt aber ein, dass die Gruppe kurz vor einer grundsätzlichen Neuausrichtung stehe und es dazu in den kommenden Wochen detaillierte Informationen geben werde.

Die beiden Werbefilmproduktionen Telemaz und Neue Sentimental Film (NSF) sind seit Frühjahr 2008 unter einem Dach vereint. Damals hieß die Holding noch Neue Sentimental Film. Die Umbenennung in Mood & Motion erfolgte im Herbst 2008. Mitte 2010 übernahm Kroll den Vorstandsvorsitz der Gruppe, die immer wieder in unruhiges Fahrwasser gerät. In den vergangenen zwölf Monaten machte Mood & Motion unter anderem Schlagzeilen durch den Weggang der Telemaz-Geschäftsführer an den Standorten Hamburg und Berlin, Turbulenzen am NSF-Standort Berlin, die Trennung vom Vorstand der Wiener Niederlassung und zuletzt den Rücktritt des Aufsichtsrates im Juni dieses Jahres.

Diese Woche wurde zudem bekannt, dass einer der erst im Juli bestellten Aufsichtsräte sein Mandat ebenfalls schon wieder niedergelegt hat. Sascha Magsamen bleibt der Gruppe aber treu und übernimmt den Vorstand der Mood & Motion-Tochter Neue Sentimental Film in Wien. Auch deren Zukunft soll ungewiss sein.

Aus dem Umfeld des Unternehmens verlautet außerdem, dass sich Mood & Motion generell verschlanken will, um auf diese Weise fit für die Zukunft zu werden. Der neue Anteilseigner Wige Media dürfte an diesen Plänen nicht ganz unbeteiligt sein. Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Köln hatte im Februar dieses Jahres zunächst eine 10-prozentige Beteilung an Mood & Motion erworben. Zudem wurde mit zwei Großaktionären ein Aktientausch vereinbart, sodass Wige nach Beendigung beider Transaktionen insgesamt einen Anteil von 29,2 Prozent an Mood & Motion halten und damit zum größten Aktionär der Gesellschaft wird. Gerüchten zufolge schließt Wige sogar eine Mehrheitsbeteiligung nicht aus. Die aktuellen Umstrukturierungspläne dürften damit in Zusammenhang stehen. bu
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