Mobile Lions: Cheil Germany räumt Gold und Silber ab

Mittwoch, 19. Juni 2013
Die "Liebesschlösser" von Cheil Germany holen Gold in Cannes (Bild: Cheil)
Die "Liebesschlösser" von Cheil Germany holen Gold in Cannes (Bild: Cheil)


Einmal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze: Die deutschen Agenturen haben in der Kategorie Mobile exakt das gleiche Ergebnis hingelegt wie im vergangenen Jahr. Der große Gewinner ist Cheil Germany aus Schwalbach, das mit der Arbeit "Free the Forced" für die Vereinten Nationen einen goldenen und einen silbernen Löwen gewann. Die Kampagne soll auf das Problem der Zwangsverheiratung aufmerksam machen: An der Hohenzollernbrücke in Köln, an der traditionell viele Verliebte als Zeichen der Verbundenheit Vorhängeschlösser befestigen, wurden 3.500 mit QR-Codes versehene Schlösser angebracht. Passanten konnten mit einer Spende eines der Schlösser öffnen und so symbolisch eine Zwangsverheiratete befreien. Die Idee war der Jury um den Vorsitzenden Rei Inamoto (AKQA) einen Gold-Löwen in der Kategorie "Charities, Not for Profit and Public Information" wert, bei "Best Integrated Campaign Led by Mobile" gab es Silber.

Die zwei bronzenden Löwen gehen an Ogilvy für die Tablet-App "Toothbrush Games" (Kunde: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz) und Publicis für "The brightest Online-Ad" im Auftrag von Lupine Lighting Systems. Damit konnten die Deutschen 40 Prozent ihrer zehn Shortlist-Platzierungen in einen Löwen verwandeln. Insgesamt verteilte die Jury 60 Löwen, sechs mehr als im vergangenen Jahr. Die meisten Löwen (11) sammelten die USA ein, Japan (7) und Brasilien (6) folgen. Stark in diesem Jahr auch die Chinesen, die vier Statuetten verliehen bekamen.



Der Grand Prix in der Mobile-Sparte war laut Inamoto überraschend. Die auf den Philippinen beheimatete Agentur DDB dm9 Jaymes Yfu und das Telekommunikationsunternehmen Smart Communications nutzten die Sim-Karten ausgedienter Mobiltelefone, um darauf Lerninhalte für Schulkinder zu speichern. Das sympathische an dieser Idee: "Sie schafft einen praktischen Nutzen und liefert eine großartige mobile Erfahrung, ohne den Technologie-Aspekt allzu sehr zu pushen", sagt Jury-Mitglied Xavier Laoureux.

Dass die Technologie zugunsten von Ideen und deren Alltagstauglichkeit etwas in den Hintergrund rückte, sei überhaupt eine Tendenz des vergangenen Jahres gewesen, sagt YOC-CEO Dirk Freytag, der Deutschland in der Mobile-Jury vertrat. Grundsätzlich sei es jedoch problematisch, in dieser Kategorie von Trends zu sprechen. Der Grund: "So lange nicht eindeutig beantwortet ist, was Mobile ausmacht, wird es viele verschiedene Sichtweisen geben", vermutet Freytag. Über diese Frage habe es auch in der Jury lange Diskussionen gegeben.

Für die Zukunft der Kategorie gibt Freytag eine interessante Prognose ab. Viele Kampagnen, wie etwa die Einsendungen aus Deutschland, verfolgten einen integrierten, crossmedialen Ansatz. Setze sich diese Entwicklung fort, ist für Freytag sogar denkbar, dass es die Kategorie Mobile in dieser Form bald vielleicht nicht mehr gibt. ire

Die deutschen Löwen-Gewinner im Überblick:



Lupine Lighting Systems: The brightest Online-Ad (Publicis, München)

"Toothbrush Games" (Kunde: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz / Ogilvy)
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