Minority Report reloaded: Hilfsorganisation startet personalisierte Outdoorkampagne

Mittwoch, 22. Februar 2012
Männer können sich den Werbespot nicht anschauen
Männer können sich den Werbespot nicht anschauen


Die Szenerie erinnert an den Science-Fiction-Thriller "Minority Report": Als Tom Cruise alias Chief John Anderton an digitalen Screens vorbei läuft, blenden diese plötzlich Werbung ein, die genau auf ihn zugeschnitten ist. Dieses Prinzip hat sich jetzt die Hilfsorganisation Plan zunutze gemacht und eine Londoner Bushaltestelle zum Schauplatz für eine interaktive Outdoorkampagne umgerüstet. Der Clou: Nur Frauen bekommen die Werbung zu Gesicht. Männer bleiben auf der Strecke. Mithilfe einer HD-Kamera und einer Software, die spezifische Gesichtsmerkmale wie Kinn, Wangenknochen, Nase und Augen auswertet, erkennt das Billboard das Geschlecht der Passanten. Die Trefferquote liege bei 90 Prozent, so die Macher von Plan. Kern der Kampagne ist ein 40-sekündiger Spot, der allerdings nur abgespielt wird, wenn eine Frau vor dem Bildschirm steht. Interessiert sich ein männlicher Passant für die Kampagne, so kommt dieser nicht in den Genuss des vollständigen Inhalts.

Plan will so auf die nach eigenen Angaben 75 Millionen Mädchen in der Welt aufmerksam machen, die in ihrem Leben nicht frei entscheiden dürfen sowie in Armut und mit Diskriminierung leben müssen. Ihnen fehle der Zugang zu einer Ausbildung, so die Organisation: Jedes Jahr werden 10 Millionen Mädchen unter 18 Jahren zu einer Heirat gezwungen, Tausende werden schwanger, obwohl sie noch selbst ein Kind sind. Bei der Umsetzung der Kampagne unter dem Motto "Because I'm a Girl" arbeitete Plan mit dem Außenwerber Clear Channel zusammen.

Das interaktive Billboard ist ab heute für zwei Wochen in der Oxford Street in London präsent. Eine Langversion des 40-Sekunden-Spot zeigt Plan auf ihrer Website plan-uk.org. Dort haben auch Männer Zugriff auf das Video. jm
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