Mega-Übernahme: WPP übernimmt S&F-Holding Commarco

Dienstag, 19. April 2011
Martin Sorrell verleibt sich Scholz & Friends ein
Martin Sorrell verleibt sich Scholz & Friends ein

Sir Martin Sorrell ist mit WPP weiter auf Expansionskurs. Die weltgrößte Werbeholding, zu der neben Kreativagenturen wie Grey, Y&R, Ogilvy und JWT auch das Medianetzwerk Group M gehört, übernimmt 100 Prozent der Anteile an Commarco. Die in Hamburg ansässige Gruppe ist mit Scholz & Friends und weiteren Marken wie Deepblue Networks, GKK und Lowe Deutschland die zweitgrößte inhabergeführte Agentur Deutschlands. Bislang hält die Private Equity Gesellschaft Cognetas 65 Prozent an Commarco, die restlichen Anteile befinden sich im Besitz des Managements, das auch unter dem Dach von WPP an Bord bleiben wird. Cognetas hatte für die Anteile an Commarco vor acht Jahren 50 Millionen Euro gezahlt. Seit der Übernahme durch Cognetas ist Commarco nach eigenen Angaben um das Doppelte gewachsen. Der international erwirtschaftete Gesamtumsatz kletterte nach Unternehmensangaben von 69 Millionen Euro auf 132,9 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2010.

"Neues Universum an Möglichkeiten": Commarco-Chefs Schmidt (li.) und Tiedemann
"Neues Universum an Möglichkeiten": Commarco-Chefs Schmidt (li.) und Tiedemann
Zum aktuellen Kaufpreis werden keine offiziellen Angaben gemacht. Aus Bankkreisen verlautet, dass sich WPP die Übernahme teuer erkauft hat. Dem Vernehmen nach sollen mindestens 150 bis 200 Millionen Euro fließen. Das Geld dürfte aber gut angelegt sein. Scholz & Friends gilt als grundsolide Agentur, die nicht nur schwarze Zahlen schreibt, sondern ihre Wachstumschancen Dank des erfolgreichen Neugeschäfts in den vergangenen Monaten noch ausgebaut hat. Wichtigster Etatgewinn war zuletzt Opel. Scholz & Friends hatte sich im Pitch um den weltweiten Etat des Autobauers im November 2010 unter anderem gegen den langjährigen Etathalter McCann durchgesetzt.

"Durch die Verbindung mit WPP, der weltweiten Nummer 1, ergibt sich ein neues Universum internationaler Möglichkeiten sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Leistungsträger", sagt Frank-Michael Schmidt, Co-CEO von Commarco. Zudem erweitere sich das deutsche Leistungsspektrum der Commarco um hochkarätige Spezialkompetenzen. "Mit diesem Schritt unterstreichen wir den Anspruch der Commarco als erste Adresse für Blue-Chip-Kunden im deutschsprachigen Raum", so Schmidt weiter.

Commarco hatte im Ranking der inhabergeführten Agenturen Deutschlands im Jahr 2010 den zweiten Rang belegt. Mit einem Gross Income von 122 Millionen Euro musste sich die Agentur um die Co-CEOs Frank-Michael Schmidt und Christian Tiedemann (Finanzen) nur Serviceplan (145 Millionen Euro) geschlagen geben. mas/ejej
Meist gelesen
stats