Mediawelt ist im Pitchfieber

Donnerstag, 30. Juli 2009
Big Spender wie Unilever haben ihre Mediaetats neu ausgeschrieben
Big Spender wie Unilever haben ihre Mediaetats neu ausgeschrieben

Es wird das Jahr der Riesenpitches für die deutschen Mediaagenturen. Derzeit ist ein Mediavolumen von mindestens 6,5 Milliarden unterwegs. Eine derartige Pitchwelle von zum Teil überaus renommierten Etats wie zum Beispiel dem von Unilever oder Bayer Healthcare gab es schon lange nicht mehr. Sowohl die Manager in den Mediaagenturen als auch Media-Auditoren sind sich darin einig, dass die weltweite Wirtschaftskrise einer der stärksten Katalysatoren für das grassierende Pitchfieber ist. Der Mediakontrolleur Lutz Meyer von der Hamburger Auditfirma Fairbrother, Lenz, Eley beschreibt die Marktlage wie folgt: "Offensichtlich sind wir inmitten einer Kettenreaktion, die gerade die Bodenhaftung verliert. Aktuell wird der ganze Markt durchgequirlt."

Im Lager der Mediaagenturen ist gar von "hysterischen Kunden" die Rede. Einige Unternehmen machen keinen Hehl daraus, dass sie sich durch den Pitch auch bessere Konditionen versprechen. Auditor Dietmar Kruse von Billetts in Hamburg sieht bei den Einsparungen bei internationalen Pitches ein Potenzial zwischen 5 und 20 Prozent. Er räumt allerdings ein, dass in Pitches der qualitative Aspekt nicht vernachlässigt werden dürfe. Ansonsten stellten sich die Werbekunden langfristig selbst ein Bein, weil die Qualität der Agenturleistungen abnehme. "Die Gefahr sehen wir oft in Pitches, in denen der Einkauf stark involviert ist und wo der Einkauf wenig Mediakompetenz hat", sagt Kruse. ejej
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